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In den Katakomben der "Grünen Listen"

Nachdem ich einige Monate und erste Monate in der Redaktionsabteilung für den Kursteil gearbeitet hatte, ging meine Ausbildung weiter. Mein Chef meinte, ich solle mit einem Rundlauf durch die Fachabteilungen des Hauses beginnen und dabei schön alle Arbeitsabläufe dokumentieren.
Dieses Ansinnen stieß im Haus allgemein auf wenig Gegenliebe, was aber niemanden nicht daran hinderte, es umzusetzen. Nun saß ich also täglich vor dem Bildschirm und erfasste Daten in zunächst in der Abteilung für deutsche festverzinsliche Wertpapiere.
Aus war es hier nicht nur mit dem mittäglichen gemeinsamen Waschen und Zubereiten von Salaten mit Kolleginnen, aus war es auch mit dem gelegentlichen Biertrinken mit Kollegen, so wie ich es in den ersten Monaten noch erlebt hatte.
Die feste Arbeitszeit war hier kombiniert mit eintönigen Arbeitsabläufen bei grüner Schrift. Eines Tages meinte ich, die Schrift vor meinen Augen tanzen zu sehen. Schwindelnd schaffte ich es ins Büro zurück.  
Und dachte allen Ernstes ans Aufhören. Aber ich höre selten mit irgend etwas auf, auch wenn es keinen Spaß mehr macht.
Aber ich fraß mich durch die unaufhörlichen Meldungen durch, erfasste wohl, was zu erfassen war und schrieb alles säuberlich auf. Unterstützung erhielt ich durch eine Kollegin, die auf alle Fragen nur kurze "Ja"- oder "Nein"-Antworten hatte und eine andere Dame, die gern mit mir Mittagessen ging, um sich dabei einen Chablis zu genehmigen.
Grün waren neben der Schrift des Bildschirms auch die Listen, die immer wieder vom Rechenzentrum erzeugt wurden, sei es zu Kontrollzwecken oder als Vorlage für die Eingabe.
Wie weit war ich nun gekommen? Ich, ein Computerskeptiker, der dauernd vor dem Host-Bildschirm saß und Daten für die Banken- und Finanzwelt erfasste. Immerhin konnte ich meinen Holzschreibtisch nun verschließen.

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