Direkt zum Hauptbereich

1998 - VI

Schall und Hauch

Mit dem Rauch der Zigarette
zieht sie die Welt ein, die nette.
Wozu die Wohnung noch verlassen,
die Menschen draußen will sie verpassen.
Sie sieht alles im TV
und weiß daher ganz genau,
die Welt, die ist, so wie sie ist,
nicht die ihre, zuviel Mist.
Sie will nur das an sich ran lassen,
was ihr gefällt, gut anzufassen,
der Glimmstengel und der Wein,
darauf geht sie zu gern ein.
Sie mag ihr eigenes Erleben
und davon viel, ein ganzes Beben.
Sie ist wirklich gut informiert,
liest Zeitung und telefoniert.
Sich wirklich etwas anzusehen,
wie schrecklich, schnell, noch Eine drehen.
Sie saugt den Hauch der Welt hinein,
hört sich nicht mehr und sagt nie: Nein !
Sie ist schon lieb, doch leider Gottes,
verpasst sie das Ende, genug des Spottes.
Manchmal weißt Du mehr in der Ferne,
die Nähe hätte sie wohl gerne.
Doch mit eigenen Bedingungen,
ich glaube, ich kenne da die Regelungen.
Trinke den Wein des edlen Spenders,
die Seele gegeben, in die Hand des Pfänders.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ringgeist - That's the way..

Meine Blogentsorgung schreitet voran, auch dieser Beitrag "zeichnet das Selige", nein, segnet das Zeitige.  Bin nun bereits beim 2.12.2004 . Überflüssig zu sagen, dass ich das Thema 50 längst durch habe. Von Zeit zu Zeit sollte man sich neu erfinden, um das Leben wieder zu erfahren. Das Leben ist einfach, die Umstände sind kompliziert. Ab 50 sollte sich jeder darum bemühen, sich eine Perspektive für das Alter aufzubauen. Alterswohngemeinschaften kommen sehr in Mode. Denn die Wichtigkeit sozialer Kontakte ist gerade in den späteren Jahren unbestritten. Ich freue mich auf eine Zeit, in der ich noch etwas kann, aber nicht mehr alles muß. Ich lerne verstehen, wie meine Eltern gedacht haben mögen. Aber verstehen heißt ja nicht: akzeptieren. Deswegen werde ich mich nicht im Nest einigeln, an Ideen für den Ausgang hat es mir noch nie gemangelt.

Der Absturz

Ein Flugzeug mit deutschen Passagieren ist abgestürzt, so weit, so schlimm. Was sich in den Medien aber derzeit abspielt, das kann man auch als Absturz bezeichnen. Ein Absturz in die scheinheilige Betroffenheit mit der immer wiederholten Frage nach dem "Warum?". Eine Frage, die sich naturgemäß am Tag des Unglücks gar nicht beantworten lässt. Warum also diese unaufhörlichen Sondersendungen ohne Inhalt mit immer neuen Experten, die irgend etwas vermuten. Vielleicht wäre angesichts eines solchen Ereignisses auch weniger mal mehr. Nur die Angehörigen der Opfer können doch überhaupt ermessen, was ihnen der Verlust bedeutet. Und man kann nur hoffen, dass sie sich nicht allzu schnell sich der Versuchung hingeben, der lauernden Presse Auskünfte zu erteilen. Eines der Statements, die kursieren, ist ja, dass nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin deutet. Ich meine, das wäre momentan die einzig plausible Erklärung. So etwas muss jemand gewollt haben. So und da habe ich mich nu...