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Bill Bryson - A Short History Of Nearly Everything

As Bill Bryson mostly puts it: we do know nothing and what we know, we do not know exactly.
Wenn man sein Buch "A Short History Of Nearly Everything" gelesen hat (zu deutsch: "Eine kurze Geschichte von fast allem"), dann weiß man zumindest das.
Ob der homo sapiens als Gattung allerdings tatsächlich weiß, dass er nichts weiß, das sei dahin gestellt.
Zum Inhalt des Buches: Bill Bryson beschreibt sehr anschaulich das, was wir einigermaßen sicher wissen. Die Entwicklung des Lebens und noch viel mehr unserer speziellen Gattung hing von sehr vielen glücklichen Umständen ab, die der Planet Erde geboten hat. Immer wieder gab es den Planeten als Ganzes bedrohende kosmische Ereignisse, die die Entstehung des Lebens auf unserem fragilen Planeten in Frage stellten, aber auch förderten. Unser Planet selbst bietet tödliche Bedrohungen für unser individuelles Leben zuhauf. In einem Land wie Island wird einem das klarer als in Deutschland. Was für den Einzelnen tödlich ist, mag für die Gattung noch lange nicht dasselbe sein, das Leben an sich scheint, je primitiver, desto widerstandsfähiger zu sein.
Es wird klar, dass ein Mikrokosmos uns am Leben erhält, den wir kaum kennen und noch weniger verstehen. Selbst unsere eigene Abstammung können wir nicht 100%ig nachvollziehen.
Wissenschaftliche Auswertungen von Knochenfunden waren oft durch gen-kontaminierte Belege falsch oder widersprüchlich in ihren Aussagen.
Fest steht, unser Organismus besteht aus Zellen, die unser Leben steuern und der genetische Code aller derzeit lebenden Menschen unterscheidet sich nur gering im Vergleich zur Variationsbreite bei den Tieren (Beispiel: Schimpansen). Das lässt den Schluss zu, dass unsere genetischer Pool auf relativ geringen Anzahl von Menschen beruht, die irgendwie irgend etwas überlebt haben.
Trotzdem bringen wir es ja fertig, uns aus den verschiedensten Gründen, gegenseitig umzubringen.
Unsere Atome, die die Baustoffe unseres Lebens bilden, sterben nicht mit uns. Sie verbinden sich einfach zu neuen Elementen. Das wird den Einzelnen nicht trösten und macht die rapide Ausrottung
vieler Tier- und Pflanzenarten durch den Homo Sapiens auch nicht besser.
Bill Bryson schreibt wirklich über "Alles" sehr unterhaltsam und wird nicht müde, die paradoxen Entwicklungen in der Wissenschaftsgeschichte genüsslich aufzuzeigen.
Ob das Leben nun ein großer Zufall war oder das Ergebnis eines zwangsläufigen Ablaufs, einer Schöpfung sozusagen, mit dieser Frage steht jeder Mensch allein da.
0,01% der Erdgeschichte erfreuten sich der Gegenwart des Menschen. Da scheinen die Schlusssätze
von Bill Bryson sehr logisch: "We really are at the beginning of it all. The trick, of course, is to make sure we never find the end."    

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