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Ringgeist - Supernanny

Weiter geht die dieses Mal weniger lustige Rückschau auf den 28.11.2007, wo ein längst abgehakt geglaubtes Thema wieder auf kam. Hatte nicht meine österreichische Kollegin nicht auch gesagt, es sei schad', dass es mit mir nicht weiter ginge?

In Schwerin verhungert ein Kind in der elterlichen Wohnung , obwohl das Jugendamt zwei Wochen vorher nach Hinweis da war. Man besichtigte jedoch nur den Kinderwagen und ging, ohne das Kind gesehen zu haben. Was in der freien Wirtschaft mindestens mit der Entlassung der Verantwortlichen geendet hätte, nötigt den Verantwortlichen dort höchstens Statements à la „Da war wohl jemand überfordert.“ ab.
Stimmen werden laut, die sagen, es läge am Personalmangel und man müsse Personal und die finanziellen Mittel dafür aufstocken. Davon jedoch sei abgeraten. Wer einmal in die Mühlen des Jugendamts geraten ist, um ein Kind zu adoptieren, der weiß, mit was die Herrschaften sich dort beschäftigen. Da werden Anforderungen finanzieller und gesundheitlicher Art gestellt, die kaum ein richtiges Elternteil erfüllt. Dabei geht es in erster Linie um die materielle Absicherung, also darum, dass der Alleinverdiener genug verdient, damit eine Person zuhause bleiben kann, um sich ausschließlich um das adoptierte Kind zu kümmern.
Während potentielle Adoptiveltern so ausgeleuchtet werden, dass sie selbst schon glauben, sie würden etwas Unrechtes tun, fügt man noch eine persönliche Demütigung hinzu. Als ob die genetische Auslese nicht schon hart genug wäre, das Jugendamt versucht diese zu simulieren und heraus zu finden, ob die Person, die da vor ihnen sitzt und guten Willens ist, auch wirklich persönlich geeignet für ein Kind ist. Man kann auch "Nasenlotterie" dazu sagen.
Während die Jugendämter hier vorgeben (manchmal fragt man sich, wieso manche Leute adoptieren durften), auf der Seite der Kinder zu stehen, sieht es bei den leiblichen Kindern ganz anders aus. Hier werden die Kinder oft bis zum bitteren Ende bei den Eltern gelassen, weil diese sonst ihren sozialen Halt verlieren könnten.
Noch mehr Steuergeld für solche Erwägungen auszugeben, ist geradezu gefährlich.
Da ist jede Super-Nanny besser. Wo der Konkurrenzdruck fehlt und man nicht kündbar ist, da verliert sich der gesunde Menschenverstand in grauer Theorie und hinter Aktenordnern.
Die Jugendämter sind ein Fall für die Privatisierung.

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