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2000 - X

Eine Brise

Der Wunsch nach Veränderung überzog ihn wie eine leichte Brise die Oberfläche eines tiefen Sees.
Zu bestimmten Zeiten kritzelte er Telefonnummern auf Papier, begann, Informationen zu sammeln,
neue Ordner anzulegen, Seiten zu beschriften und zu verwerfen.
Anrufe erledigen, Aufträge ausführen und dann.
Fühlte er diese Unruhe, auf der er sich zurücklehnen konnte.
Keine schlechte Stimmung, kein passives Unwohlsein.
Der See ist tief und die Oberflächenbewegungen richten nicht viel an.
So etwas wie Brandung entsteht, aber entwickelt sich nicht.
Schön anzusehen, wie das Wasser sich kräuselt und dennoch den Blick in die Tiefe nicht versperrt.
Da leben Fische, die den Weg nie nach oben finden.
Irgendwann hört die Bewegung auf,
die Aufzeichnungen werden nicht genutzt, die Telefonnummern vernichtet.
Es war kein schlechter Wind, doch eher ein Lüftchen.

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Meine Blogentsorgung schreitet voran, auch dieser Beitrag "zeichnet das Selige", nein, segnet das Zeitige.  Bin nun bereits beim 2.12.2004 . Überflüssig zu sagen, dass ich das Thema 50 längst durch habe. Von Zeit zu Zeit sollte man sich neu erfinden, um das Leben wieder zu erfahren. Das Leben ist einfach, die Umstände sind kompliziert. Ab 50 sollte sich jeder darum bemühen, sich eine Perspektive für das Alter aufzubauen. Alterswohngemeinschaften kommen sehr in Mode. Denn die Wichtigkeit sozialer Kontakte ist gerade in den späteren Jahren unbestritten. Ich freue mich auf eine Zeit, in der ich noch etwas kann, aber nicht mehr alles muß. Ich lerne verstehen, wie meine Eltern gedacht haben mögen. Aber verstehen heißt ja nicht: akzeptieren. Deswegen werde ich mich nicht im Nest einigeln, an Ideen für den Ausgang hat es mir noch nie gemangelt.

Platz

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