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1980 - XXVII

Pinguinburg

Wo sich das Hellblau mit dem gelben Schein,
der über den Feldern voller grüner Ähren liegt,
vereint, gibt es einsame Flieger, die sich über den
Straßenschluchten der Städte vereinzelt zusammenscharen.
Sie wollen seßhaft werden, aber es herrscht Platzmangel.
Die Reviere der Pinguine bieten ihnen keinen Raum mehr.
Pinguine reglementieren ihre Konflikte und kanalisieren ihre Spannungen in immer mehr Ritualen.
Ihre Illusionen sagen ihnen, daß sie alle menschlich leben sollen und sie dulden dabei keine Störenfriede.

Die Pinguinbürger verteidigen ihr warmes Nest schon vorbeugend, auch wenn sie nicht angegriffen werden.
Sie stecken ihre Standpunkte ab, wie den Platz zum Eierlegen und bauen sich ein Häuschen mit Zaun drum herum.
Ab und zu steigt die Sehnsucht nach der Natur hoch und sie gehen hinaus, um ihre Sicherheiten bestätigt zu finden.
Auf Schildern stehen sie geschrieben, die Namen ihrer Pinguinburgen, wie eine Rückversicherung.

Es lebe die Vorstellung, bis der Vorhang sich senkt.
Die einsamen Flieger ziehen ihre Kreise, irgendwann fallen sie von der Sonne geblendet, tot zu Boden.

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