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1997 - I

Frau Kunze greift o

Da kommt sie an die Haltestelle
im chicen Mantel auf die Schnelle,
3-Wetter-Taft hat es geschafft,
graublondes Haar wie neu gerafft.
Sie sitzt stets auf dem ersten Sitz,
zu Kindern ist sie gar nicht spitz.
Als Erste steigt sie aus dem Bus,
sie liebt diese nette Art Genuss.
Wird es ihr heute gelingen,
um einen Gruß mit mir zu ringen?
Sie schiebt das Kinn trotzig vor,
als ob sie heute Morgen schwor,
mich fordernd anzusehen,
fast bleibt mein Herz mir stehen.
Trotz aller Eleganz
liebt sie den Firlefanz,
es zählt der Status nur,
da bleibe ich fein stur. –

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Meine Blogentsorgung schreitet voran, auch dieser Beitrag "zeichnet das Selige", nein, segnet das Zeitige.  Bin nun bereits beim 2.12.2004 . Überflüssig zu sagen, dass ich das Thema 50 längst durch habe. Von Zeit zu Zeit sollte man sich neu erfinden, um das Leben wieder zu erfahren. Das Leben ist einfach, die Umstände sind kompliziert. Ab 50 sollte sich jeder darum bemühen, sich eine Perspektive für das Alter aufzubauen. Alterswohngemeinschaften kommen sehr in Mode. Denn die Wichtigkeit sozialer Kontakte ist gerade in den späteren Jahren unbestritten. Ich freue mich auf eine Zeit, in der ich noch etwas kann, aber nicht mehr alles muß. Ich lerne verstehen, wie meine Eltern gedacht haben mögen. Aber verstehen heißt ja nicht: akzeptieren. Deswegen werde ich mich nicht im Nest einigeln, an Ideen für den Ausgang hat es mir noch nie gemangelt.

Platz

Ein großer Flachbau im Industriegebiet, das nennt sich hier "Lieblingsplatz" für Hunde. Nix mit familiären Anschluss oder persönlicher Betreuung wie noch zu Schönecker Zeiten. Auch für Hunde ist das Leben in Lippe härter als gewohnt.