Direkt zum Hauptbereich

Das ist doch keine Musik!

 Das ist doch keine Musik - diese Meinung äußerte ein Bekannter meiner Eltern, als ich ihm stolz eine meiner Platten auf meinem zusammen klappbaren Plattenspieler vorspielte. Er selbst glänzte mit der Behauptung, er habe den Sänger Karel Gott gesehen, bei meiner Mutter. Die wiederum stand auf eine Melodie aus dem Film "Dr. Schiwago", die sinnreich mit den Worten "Weißt du wohin mein Herz auf Reisen geht" vertextet war. Und eben jener Karel Gott hatte das auch interpretiert. Musikgeschmack ändert sich eben mit der Zeit. Ich jedenfalls konnte mich sehr gut mit "meiner Musik" identifizieren und vor allem abgrenzen. Das es mir während eines Sprachkurses in London gelungen war, die weiße Beatles-LP zu kaufen, erinnerte mich an die schönen vier Wochen abseits von zuhause und Deutschland. Wenn ich die Musik hörte, war ich abwechselnd in meiner Vorstellung Sänger, Bassist oder Gitarrist, je nachdem welcher Part gerade im Vordergrund stand. Nebenbei polierte ich meine Schul-Englischkenntnisse auf. Als ich in späteren Jahren selbst in einer Band spielte war mein Part tatsächlich Bass und Gesang. Die Musik orientierte sich allerdings eher, der Einfachheit halber, am Blues. Keiner von uns konnte schließlich Noten, ein paar Griffe mussten reichen. Alexis Korner, John Mayall und Peter Green dienten u.a. als Vorbilder. Untenstehend eine Liste meiner Vinylsammlung, die ich längst aufgelöst habe. 

That's not music - a friend of my parents expressed this opinion when I proudly played him one of my records on my foldable turntable. He himself shone with the claim that he had seen the singer Karel Gott impressing my mother hereby. The melody from the film "Dr. Schiwago", which was ingeniously texted with the words "Weißt du wohin, mein Herz auf Reisen geht?" had been sung by that Karel Gott and  that is why. Music tastes change over time. In any case, I was able to identify and, above all, differentiate myself very well with "my music". The fact that I had managed to buy the white Beatles LP during a language course in London reminded me of the wonderful four weeks away from home and Germany. Whenever I listened to the music, in my imagination I was alternately a singer, bassist or guitarist, depending on which part was in the foreground. I also polished up my school English skills. When I played in a band myself in later years, my part was actually bass and vocals. However, for the sake of simplicity, the music was more based on the blues. After all, none of us could make notes, a few handles had to be enough. Alexis Korner, John Mayall and Peter Green served as role models, among others. Below is a list of my vinyl collection that I disbanded long ago.


Unschwer zu erkennen: die Siebziger Jahre waren meine Zeit. Entsprechend sinkt die Zahl der überlebenden Künstler/-innen oder aber es gibt schlicht keine Musik mehr von ihnen. Die wenigsten meiner Favoriten allerdings kommen in obligatorischen Rückschauen der Medien vor. Sie sind eben besonders und auf die eine oder andere Art manchmal Trendsetter.

It's not hard to see: the seventies were my time. The number of surviving artists decreases accordingly or there is simply no more music from them. Few of my favorites, however, appear in mandatory media reviews. They are special and sometimes trendsetters in one way or another.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Absturz

Ein Flugzeug mit deutschen Passagieren ist abgestürzt, so weit, so schlimm. Was sich in den Medien aber derzeit abspielt, das kann man auch als Absturz bezeichnen. Ein Absturz in die scheinheilige Betroffenheit mit der immer wiederholten Frage nach dem "Warum?". Eine Frage, die sich naturgemäß am Tag des Unglücks gar nicht beantworten lässt. Warum also diese unaufhörlichen Sondersendungen ohne Inhalt mit immer neuen Experten, die irgend etwas vermuten. Vielleicht wäre angesichts eines solchen Ereignisses auch weniger mal mehr. Nur die Angehörigen der Opfer können doch überhaupt ermessen, was ihnen der Verlust bedeutet. Und man kann nur hoffen, dass sie sich nicht allzu schnell sich der Versuchung hingeben, der lauernden Presse Auskünfte zu erteilen. Eines der Statements, die kursieren, ist ja, dass nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin deutet. Ich meine, das wäre momentan die einzig plausible Erklärung. So etwas muss jemand gewollt haben. So und da habe ich mich nu...

Platz

Ein großer Flachbau im Industriegebiet, das nennt sich hier "Lieblingsplatz" für Hunde. Nix mit familiären Anschluss oder persönlicher Betreuung wie noch zu Schönecker Zeiten. Auch für Hunde ist das Leben in Lippe härter als gewohnt.