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1990 - VI

Mein Vater hätte mir ein Fotoheft zusammengestellt, das Bilder aller Menschen enthielt, die mir etwas bedeuten. Es waren schwarzweiße Bilder, so wie Fußballsammelbilder. Irgendwie sollte ich Leuten vorgestellt werden, die alle sehr krank waren. Ein Mädchen, das ich gern mochte, war auch dabei. Aber leider war auch sie zu krank oder irgendwas hinderte uns, vielleicht meine eigene Trägheit, zusammen zu kommen. Vielleicht störte auch die Bestimmung. So bin ich eigentlich in Gedanken immer bei Menschen, die ich so gut wie nicht mehr sehe oder sie sind bei mir. 

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Meine Blogentsorgung schreitet voran, auch dieser Beitrag "zeichnet das Selige", nein, segnet das Zeitige.  Bin nun bereits beim 2.12.2004 . Überflüssig zu sagen, dass ich das Thema 50 längst durch habe. Von Zeit zu Zeit sollte man sich neu erfinden, um das Leben wieder zu erfahren. Das Leben ist einfach, die Umstände sind kompliziert. Ab 50 sollte sich jeder darum bemühen, sich eine Perspektive für das Alter aufzubauen. Alterswohngemeinschaften kommen sehr in Mode. Denn die Wichtigkeit sozialer Kontakte ist gerade in den späteren Jahren unbestritten. Ich freue mich auf eine Zeit, in der ich noch etwas kann, aber nicht mehr alles muß. Ich lerne verstehen, wie meine Eltern gedacht haben mögen. Aber verstehen heißt ja nicht: akzeptieren. Deswegen werde ich mich nicht im Nest einigeln, an Ideen für den Ausgang hat es mir noch nie gemangelt.

Platz

Ein großer Flachbau im Industriegebiet, das nennt sich hier "Lieblingsplatz" für Hunde. Nix mit familiären Anschluss oder persönlicher Betreuung wie noch zu Schönecker Zeiten. Auch für Hunde ist das Leben in Lippe härter als gewohnt.