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1988 - II

Ja, Deutschland, das Land der Beamten, der verschlossenen Kirchen, des Ladenschlusses, der Schubkästen.
Der saubere Deutsche wirft alles aus dem Autofenster, faselt gern über Menschlichkeit und liebt die großen Gesten ohne Inhalt. –
Die Sprachlosigkeit der Hessen ist übermächtig. Wenn sie den Mund aufmachen, dann nur zum Bescheißen. Sollte mein Vater recht behalten?
Einmal habe ich mit einem mir befreundeten Paar zusammen gewohnt. Die Wohnung war sehr schön und groß, aber die Menschen hatten beängstigende Eigenschaften. Sie erdrückten mich fast und die Freundlichkeit wirkte wie eine aufgesetzte Maske, hinter der sich Zerrbilder versteckten. Sie kamen mir vor wie Figuren aus einem Retortenkuchen. So wie beliebig geklonte Figuren, die nur dazu geschaffen sind, mich mit ihrer Unnachgiebigkeit ihrer Existenz zu verfolgen. Ein schrecklicher Albdruck.. –
Ich befand mich in einer Wohnung und sah auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wie nach einander Frauen in Badeanzügen aus dem Fenster sprangen. Nur einmal war kurz ein Mann zu sehen, eine bewaffnete Figur, ein Mädchen zögerte auch kurz. Verschiedene Frauen drehten in der Luft ein Salto, als ob sie zum Kunstspringen angetreten wären und im Wasser einzutauchen. Aber wie um zu bestätigen, dass dies nicht der Fall ist, sah ich dann auf der Straße eine der Frauen wieder, sie wurde weg getragen. –

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Ringgeist - That's the way..

Meine Blogentsorgung schreitet voran, auch dieser Beitrag "zeichnet das Selige", nein, segnet das Zeitige.  Bin nun bereits beim 2.12.2004 . Überflüssig zu sagen, dass ich das Thema 50 längst durch habe. Von Zeit zu Zeit sollte man sich neu erfinden, um das Leben wieder zu erfahren. Das Leben ist einfach, die Umstände sind kompliziert. Ab 50 sollte sich jeder darum bemühen, sich eine Perspektive für das Alter aufzubauen. Alterswohngemeinschaften kommen sehr in Mode. Denn die Wichtigkeit sozialer Kontakte ist gerade in den späteren Jahren unbestritten. Ich freue mich auf eine Zeit, in der ich noch etwas kann, aber nicht mehr alles muß. Ich lerne verstehen, wie meine Eltern gedacht haben mögen. Aber verstehen heißt ja nicht: akzeptieren. Deswegen werde ich mich nicht im Nest einigeln, an Ideen für den Ausgang hat es mir noch nie gemangelt.

Platz

Ein großer Flachbau im Industriegebiet, das nennt sich hier "Lieblingsplatz" für Hunde. Nix mit familiären Anschluss oder persönlicher Betreuung wie noch zu Schönecker Zeiten. Auch für Hunde ist das Leben in Lippe härter als gewohnt.