Mittwoch, 7. Dezember 2016

Käse in Lippe II

Ein richtiges Bauerntheater kann man bei der Immobiliensuche in Lippe genießen.
Nachstehend ein paar nette Erlebnisse:

1. Wohnung - zweifelsohne der Spitzenplatz an Unterhaltsamkeit
Oerlinghausen - Helpup 3 Zimmer-ETW im Erdgeschoss
Das Exposé des Maklers ist aussagekräftig, die zugesandten Unterlagen genügen, um unser Interesse zu wecken. Doch zuvor müssen wir auf unser Widerrufsrecht schriftlich verzichten, denn der Makler darf uns die Wohnung erst nach 14 Tagen zeigen. Wir wollen sie uns früher zeigen lassen. Da wir nicht selbst hinfahren können und es keine individuelle Besichtigungsmöglichkeit gibt, schicken wir jemanden aus der Verwandtschaft hin, mit der Bitte, dies für uns zu tun.
Er prüft für uns die Wohnung auf Herz und Nieren und führt Gespräche mit dem Eigentümer.
Er glaubt einen guten Eindruck hinterlassen zu haben, für uns.
Wir rufen also gleich am Montag den Makler an und bitten, die Wohnung für uns zu reservieren und
wollen später die Wohnung selbst besichtigen, da wir bereits eine Fahrt nach Lippe geplant haben.
Wir können den Makler nicht selbst sprechen, es wird uns aber für Dienstagmorgen ein Rückruf avisiert. Dieser erfolgt aber erst am Dienstagabend, da die Frau des Maklers, mit der ich in der Vorwoche noch ein nettes Telefonat hatte, gesundheitliche Probleme habe und ins Krankenhaus gekommen sei. Es sehe aber gut aus, er müsse noch mit dem Eigentümer sprechen, hätte ihn noch nicht erreicht. Ich soll am Mittwoch morgens anrufen, damit der mir das mit der Reservierung erklärt.
Das klappt nun bei mir nicht, ich rufe aber selbst mehrfach an, ohne ihn zu erreichen. Als es schließlich dann abends klappt, sichert er mir zu, uns die Reservierungsvereinbarung per Post zu schicken. Wir warten, die Woche vergeht, vergebens. Auch am Montag nichts in der Post, wir haken ab. Die Erklärung bekommen wir am Dienstag, 3 Tage vor der geplanten Fahrt. Der Eigentümer habe einem Nachbarn, der erst jetzt von dem Verkauf der Wohnung erfahren habe, den Vorzug gegeben. Er wolle an ihn verkaufen. Das müsse er respektieren. Diese Kernaussage ist eingelullt von einer wortreichen Entschuldigung und dem Versprechen, sich bei uns zu melden, falls ein geeignetes, ähnliches Objekt angeboten werde.

2. Wohnung
Detmold - wiederum 3 Zimmer-ETW im Erdgeschoss
Die Eigentümerin ist nicht vor Ort und bittet um Verständnis, wenn sie die Anfragen erst mal sammelt. Wir sagen, wann wir in Lippe sind und bitten um einen Besichtigungstermin sowie aussagefähigere Unterlagen. Wenn sie wieder mal am PC sei, werde sie uns diese schicken. Wir werden sie jedoch nie erhalten Stattdessen verschwindet das Objekt auch aus dem Immobilienscout.
Wir fragen nach, ob die Wohnung schon weg sei. Nein, sei sie nicht, besichtigen könnten wir sie, sie sei aber nicht selbst da, sondern eine Nachbarin, die sich gut auskenne.
Wir einigen uns schließlich mit Mühe auf einen Termin am Sonntagvormittag, sagen aber schließlich ab, da wir weiterhin überhaupt keine Informationen über die Wohnung haben.
Von der Eigentümerin kommt nichts mehr.

3. Wohnung
Lemgo - Blumenviertel 4-Zimmer-ETW im zweiten OG
Hier kommt es tatsächlich zur Besichtigung, der Makler ist freundlich und ein Fachmann.
Den Verkaufspreis hat er realistisch kalkuliert, fragt aber, warum wir aus unserer schönen Gegend nach Lippe ziehen wollen. Ein Totschlägerargument..
Immerhin, wir bekommen das Protokoll der letzten Eigentümerversammlung: Zahlungsrückstände einer Eigentümerin, asoziales Verhalten eines anderen. Uns wird klar, warum wir die Wohnung bekommen können.

4. Wohnung
Lemgo - Blumenviertel 2-Zimmer-ETW im ersten OG
Netter junger Eigentümer zeigt uns die Wohnung. Unterlagen hat er keine greifbar. Der Verkaufspreis ist ein bisschen zu hoch kalkuliert, jedoch ist die Wohnung noch am ehesten. für uns geeignet. Es müsste allerdings viel gemacht werden. Doch was machen wir uns Gedanken? Einen Tag später steht sie im Immobilienscout bereits als reserviert.

5. Wohnung
Bad Salzuflen - 3-Zimmer-Maisonette im OG
Von der Maklerin erhalten wir einen kurzfristigen Termin sogar für eine weitere Wohnung.
Von einem Verzicht auf unser Widerrufsrecht  ist nicht die Rede.
Offensichtlich werden hier Anlageobjekte verkauft. Die Wohnungen sind noch von Mietern bewohnt bzw. bei einer übergeben die Mieter gleichzeitig mit unserer Besichtigung die Wohnung an die Maklerin.
Unterlagen hat sie keine für uns. Doch uns reicht der Ausblick auf die Balkone, die in einem erbarmungswürdigen Zustand sind, wobei wir nur einen betreten können, da wir in einer Wohnung auf Wunsch der Mieter die Schuhe bei der Besichtigung ausziehen mussten.
Mit Blick auf eine Moschee verabschieden wir uns vage, vielleicht auch von der Wohnungssuche im schönen Kreis Lippe.

Fast überflüssig zu erwähnen, nach unseren jeweils letzten Kontakten hat sich keiner der Eigentümer bzw. Makler bei uns noch einmal gemeldet.

Dienstag, 29. November 2016

Winter

Das Leben ist mir fremd geblieben.
Hat manches Spiel mit mir getrieben.
Abschied nehmen fällt nicht schwer,
an etwas zu glauben dagegen sehr.
Bei all dem Tadel und Gehader
bin ich mir selbst der beste Vater,
ein Vater der Gedanken frei
im trüben Alltagseinerlei.

Sonntag, 27. November 2016

"Der Freundliche" und "Das Auto"

"Der Freundliche" ist immer ein Erlebnis wert. VW hat nun endlich das Softwareupdate durchführen lassen, auch für mein Modell. Eigentlich sollte alles bereits im ersten Quartal erledigt werden. Für die Verzögerung kann "Der Freundliche" nichts. Für den Fall, dass ich nun einen Ersatzwagen am Tag der Erledigung benötigen würde, kündigte mir die Dame am Telefon die Bereitstellung eines Q3 an. Als ich morgens meinen Wagen zur Werkstatt bringe, heisst es, VW zahle nur VW-Modelle. Polo oder Touran, so lauten meine Alternativen als Ersatz für meinen Tiguan. Das auch der gewählte Polo nur als Automatic zur Verfügung steht, habe ich auf dem Parkplatz zur Kenntnis zu nehmen.
Als ich den Wagen abends bei der Abholung meines Fahrzeuges abgebe, verrate ich vollmundig, dass ich ihn nicht voll getankt habe, da ich nur 14 km gefahren sei. Daraufhin belehrt mich die Dame am Empfang.
Das sei nicht gut, sie müsse das jetzt als intern verbuchen. Ich hätte tanken müssen. Wie das praktisch geht, interessiert sie dabei nicht. Die wird nur noch unfreundlicher.
Den ganzen Ärger habe ich, weil VW mit einer Softwaremauschelei versucht hat, Verbrauchswerte ihrer Fahrzeuge  in erster Linie in den USA mit den dortigen Grenzwerten kompatibel zu machen.
Wie auch immer, ich habe keine 0,etwas Liter nach getankt.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Preise für eine Inspektion offensichtlich frei verhandelbar sind. In demselben Autohaus erhalte ich zunächst einen Kostenvoranschlag über 260 €. Am Tag der Ausführung bekomme ich vom Werkstattmeister, der wie er selbst sagt, sich mit VW nicht auskennt, da er sonst nur Audikunden bedient, 420 € genannt. Als ich auf meinen Kostenvoranschlag verweise, reduziert sich das Ganze auf sage und schreibe 162 € und ein paar Zerquetschte.
Nicht nur VW selbst, auch die Vertragswerkstätten scheinen mit der Situation überfordert.
So habe ich auch das Schreiben, in dem VW bescheinigt, dass die Änderungen keinerlei Auswirkungen auf Leistung und Verbrauch meines PKW hat, nicht erhalten, obwohl es mir anfangs avisiert wurde,
Immerhin wurde mir mein Wagen wenigstens noch gewaschen.

Samstag, 19. November 2016

Therapiepause

Schwankend, zumindest innerlich,
bewege ich mich im Park, dem LiLu-Park. Licht und Luft.
Werde ich es bis zum Land's End schaffen? Diese runde kleine Plattform am Main, die statt einer Spitze, zum Meditieren einlädt.
Therapiepause
Ich setze mich auf eine Bank, betrachte die gefallenen Blätter. Gefallen wie meine beruflichen Ambitionen. Hatte es nicht mehr ausgehalten in meinem Isolationsbüro. Das jahrelange "Sich Arrangieren" hatte ein Ende. Leere.
Wie ein Tarzan habe ich mich über den Main geschwungen, um meine Seele zu retten. 
Eine Jane finde ich hier sicher nicht.
Ich gehe weiter. Eine Frau fegt Laub zusammen. Sie wünscht mir einen schönen Nachmittag.
Ich bin gerettet.

Holz

Ich erinnere mich an die Zeit, wo Vater Holz von der Arbeit mit brachte. Das musste zerkleinert werden. Mit der Axt im dunklen Keller neben der Kartoffelkiste, da habe ich mich manches Mal mehrfach umgesehen, bevor ich das Vertrauen hatte, dass da Keiner lauert. Aus großen Holzscheiten wurden schmale Späne, aus gepressten Spanplatten mit der stumpfen Seite der Axt größere Stücke. Vater war zufrieden.
Obwohl mir die Hackerei Spaß machte, waren doch alle erleichtert, als wir endlich eine Zentralheizung bekamen. Niemand musste also morgens das Zeitungspapier im Ofen anzünden, dass wiederum das Spanholz, dann die größeren Holzscheite, die Eierkohle und schließlich die Briketts zum Brennen bzw. zum Wärme verheißenden Glühen bringen sollte.
Das war damals vor bald 50 Jahren.
Umso verwunderter reibt man sich die Augen, wenn man heute im Sommer den Nachbarn beim Zerkleinern ganzer Waldbestände mittels Motorsäge und großer Axt (ich hatte damals eher ein Beil) beobachten kann. Damit will er in den südhessischen Flachlandwintern, die den Namen "Winter" nicht verdienen, seinen Luxuskamin zu allen passenden und unpassenden Gelegenheiten befeuern. Aus seinem feinen, extra außen verlegten Kaminrohr entsteigt dann der Duft, der uns in der kalten Jahreszeit begleiten wird: Ruß.


Der Bezirksschornsteinfeger hat das alles abgesegnet. Theoretisch zieht der Wind immer in eine andere Richtung, praktisch weiß der Wind nichts davon.
Es soll ja auch Menschen geben, die stolz darauf sind, mit Holz zu heizen. Jawohl, der Wald stirbt nicht, brennt aber gut.
Damit wir auch im Sommer einen angenehmen Duft in der Wohnung haben, grillen unsere Nachbarn wechselweise. Mit Holzkohle versteht sich, denn nur das ist echtes Grillen.


Samstag, 12. November 2016

Guten Abend

Was gibt es Schöneres, als sich am Lebensabend gegenseitig anzuquengeln? Gemeinhin gilt der Abend als eine entspannte Tageszeit. Und dennoch werden die meisten Streitigkeiten wohl abends ausgetragen. Da macht der Lebensabend keine Ausnahme.
Dabei könnte alles so schön sein.
Altersruhestand oder Ruhestand, so lauten sinnige Bezeichnungen für die Zeit, wenn "ich in Rente" bin.
Doch von Ruhe keine Rede, der Alltag nimmt nun auch den Raum ein, den der Beruf bisher inne hatte. Zeit, den Partner richtig kennenzulernen und vorhandenen Knatsch richtig aus zu walzen. Da sind professionelle Konfliktlösungsstrategien gefragt. Wer bisher einen Beruf hatte, hat nun gleich mehrere. Blöd nur, wenn Partnerin und Partner auf unterschiedlichen Baustellen arbeiten. Dann gibt es keinen gemeinsamen Feierabend.

Montag, 7. November 2016

Schriftlich

Sprachlos sind die Menschen,
wenn ich schreibe,
vielleicht weil ich nicht übertreibe,
mir keine Mühe gebe,
das sie mich verstehen.
Es ist doch alles ein Versehen.