Freitag, 30. Dezember 2016

Jahreswechsel

Nun haben wir es bald hinter uns, das ständige Zurückschauen auf Vergangenes und dessen Protagonisten. Vor allem die Nachrufe auf Verstorbene, mir wird ein Guido Westerwelle nicht sympathischer, nur weil er einen tragischen Krebstot gestorben ist. Und Prince bringe ich auch nicht mit attraktivem Gesang in Verbindung. Die Nachschau in den Medien ist genauso verfälscht wie persönliche Nachrufe auf nicht prominente Menschen. Ich halte davon genauso wenig wie von der Altersweisheit. Die hat sich bei mir nicht eingestellt.
In diesem Sinne wünsche ich mir ein gutes neues Jahr.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

A Christmas Song

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Staatsbad

Den Titel Staatsbad darf nicht jeder Kurort führen. Bad Salzuflen ist so einer, wobei sich nicht erschließt, warum.
Zumindest als Hundebesitzer staunt man erst Mal über ein Verbotsschild.
Ein durchgestrichener Hund mit einem stilisierten Kothaufen darunter kündet erst einmal wovon?
Das hier Hunde im Kernbereich des Kurparks kein Geschäft verrichten dürfen? Das wäre verständlich.
Gemeint ist aber was anderes. Wie uns eine Dame bei der Kurverwaltung etwas unfreundlicher erklärt, dient der Kothaufen dazu, es auch dem "Letzten" klar zu machen, dass hier ein Hundeverbot herrscht. Auf die Missverständlichkeit des Schildes hinzuweisen, bringt uns nichts. Auch der Kurdirektor, den ich unverschämter weise direkt angeschrieben habe, reagiert erst gar nicht.
Fakt ist, dass man Kurtaxe an einen nicht hundefreundlichen Kurort zahlt.
Man darf trotzdem den Kernbereich des Kurparks, auch wenn er im Winter ohne Kurkarte betreten werden kann, nicht mit Hund durchlaufen. Stattdessen umläuft man diesen Bereich und findet dann mal abgesehen von den Baustellen zur Zeit folgende Ansichten.


Die Bilder entstanden auf dem Weg zum Kurgebiet Asenberg. Auch in diesem Gebiet gibt es nur wenige Spender für Kotbeutel und noch weniger Mülleimer. Das geht in unserer Heimatgemeinde besser und wir sind weder Bad noch Staatsbad.

Samstag, 17. Dezember 2016

Hundesache

Kaninchenohren zu zerteilen für einen kleinen Hund, das ist keine saubere Arbeit.
Sie sind in getrocknetem Zustand überraschend zäh und fettig. Eigentlich muss man sie eher zerreißen. Händewaschen ist danach angesagt.
Wie so oft, denn mein Hund schnüffelt gern und überall herum, er bewertet das Futter aus ganz anderen Blickwinkeln. Nichts ist zu alt, nichts zu verrottet, als das er nicht mal dran schnüffeln oder mit der Schnauze kosten möchte. Er braucht zum Glücklichsein eben kein von Tierärzten entwickeltes Trockenfutter.
Da ist es schon verständlich, wenn Moslems Hunde als unreine Tiere betrachten.
Aber ist nicht das ganze Leben, genau betrachtet, eine einzige Unreinheit?
Das Immunsystem gesunder Menschen immerhin wird durch das Bombardement mit Keimen und Bakterien gestärkt.
All zuviel soll ich nun dazu nicht mehr schreiben, mein Hund reklamiert bereits meine Gegenwart
und der Abend wird nicht vergehen, ohne das ich ausgiebig geleckt werde.
Wohl bekomm's.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Käse in Lippe II

Ein richtiges Bauerntheater kann man bei der Immobiliensuche in Lippe genießen.
Nachstehend ein paar nette Erlebnisse:

1. Wohnung - zweifelsohne der Spitzenplatz an Unterhaltsamkeit
Oerlinghausen - Helpup 3 Zimmer-ETW im Erdgeschoss
Das Exposé des Maklers ist aussagekräftig, die zugesandten Unterlagen genügen, um unser Interesse zu wecken. Doch zuvor müssen wir auf unser Widerrufsrecht schriftlich verzichten, denn der Makler darf uns die Wohnung erst nach 14 Tagen zeigen. Wir wollen sie uns früher zeigen lassen. Da wir nicht selbst hinfahren können und es keine individuelle Besichtigungsmöglichkeit gibt, schicken wir jemanden aus der Verwandtschaft hin, mit der Bitte, dies für uns zu tun.
Er prüft für uns die Wohnung auf Herz und Nieren und führt Gespräche mit dem Eigentümer.
Er glaubt einen guten Eindruck hinterlassen zu haben, für uns.
Wir rufen also gleich am Montag den Makler an und bitten, die Wohnung für uns zu reservieren und
wollen später die Wohnung selbst besichtigen, da wir bereits eine Fahrt nach Lippe geplant haben.
Wir können den Makler nicht selbst sprechen, es wird uns aber für Dienstagmorgen ein Rückruf avisiert. Dieser erfolgt aber erst am Dienstagabend, da die Frau des Maklers, mit der ich in der Vorwoche noch ein nettes Telefonat hatte, gesundheitliche Probleme habe und ins Krankenhaus gekommen sei. Es sehe aber gut aus, er müsse noch mit dem Eigentümer sprechen, hätte ihn noch nicht erreicht. Ich soll am Mittwoch morgens anrufen, damit der mir das mit der Reservierung erklärt.
Das klappt nun bei mir nicht, ich rufe aber selbst mehrfach an, ohne ihn zu erreichen. Als es schließlich dann abends klappt, sichert er mir zu, uns die Reservierungsvereinbarung per Post zu schicken. Wir warten, die Woche vergeht, vergebens. Auch am Montag nichts in der Post, wir haken ab. Die Erklärung bekommen wir am Dienstag, 3 Tage vor der geplanten Fahrt. Der Eigentümer habe einem Nachbarn, der erst jetzt von dem Verkauf der Wohnung erfahren habe, den Vorzug gegeben. Er wolle an ihn verkaufen. Das müsse er respektieren. Diese Kernaussage ist eingelullt von einer wortreichen Entschuldigung und dem Versprechen, sich bei uns zu melden, falls ein geeignetes, ähnliches Objekt angeboten werde.

2. Wohnung
Detmold - wiederum 3 Zimmer-ETW im Erdgeschoss
Die Eigentümerin ist nicht vor Ort und bittet um Verständnis, wenn sie die Anfragen erst mal sammelt. Wir sagen, wann wir in Lippe sind und bitten um einen Besichtigungstermin sowie aussagefähigere Unterlagen. Wenn sie wieder mal am PC sei, werde sie uns diese schicken. Wir werden sie jedoch nie erhalten Stattdessen verschwindet das Objekt auch aus dem Immobilienscout.
Wir fragen nach, ob die Wohnung schon weg sei. Nein, sei sie nicht, besichtigen könnten wir sie, sie sei aber nicht selbst da, sondern eine Nachbarin, die sich gut auskenne.
Wir einigen uns schließlich mit Mühe auf einen Termin am Sonntagvormittag, sagen aber schließlich ab, da wir weiterhin überhaupt keine Informationen über die Wohnung haben.
Von der Eigentümerin kommt nichts mehr.

3. Wohnung
Lemgo - Blumenviertel 4-Zimmer-ETW im zweiten OG
Hier kommt es tatsächlich zur Besichtigung, der Makler ist freundlich und ein Fachmann.
Den Verkaufspreis hat er realistisch kalkuliert, fragt aber, warum wir aus unserer schönen Gegend nach Lippe ziehen wollen. Ein Totschlägerargument..
Immerhin, wir bekommen das Protokoll der letzten Eigentümerversammlung: Zahlungsrückstände einer Eigentümerin, asoziales Verhalten eines anderen. Uns wird klar, warum wir die Wohnung bekommen können.

4. Wohnung
Lemgo - Blumenviertel 2-Zimmer-ETW im ersten OG
Netter junger Eigentümer zeigt uns die Wohnung. Unterlagen hat er keine greifbar. Der Verkaufspreis ist ein bisschen zu hoch kalkuliert, jedoch ist die Wohnung noch am ehesten. für uns geeignet. Es müsste allerdings viel gemacht werden. Doch was machen wir uns Gedanken? Einen Tag später steht sie im Immobilienscout bereits als reserviert.

5. Wohnung
Bad Salzuflen - 3-Zimmer-Maisonette im OG
Von der Maklerin erhalten wir einen kurzfristigen Termin sogar für eine weitere Wohnung.
Von einem Verzicht auf unser Widerrufsrecht  ist nicht die Rede.
Offensichtlich werden hier Anlageobjekte verkauft. Die Wohnungen sind noch von Mietern bewohnt bzw. bei einer übergeben die Mieter gleichzeitig mit unserer Besichtigung die Wohnung an die Maklerin.
Unterlagen hat sie keine für uns. Doch uns reicht der Ausblick auf die Balkone, die in einem erbarmungswürdigen Zustand sind, wobei wir nur einen betreten können, da wir in einer Wohnung auf Wunsch der Mieter die Schuhe bei der Besichtigung ausziehen mussten.
Mit Blick auf eine Moschee verabschieden wir uns vage, vielleicht auch von der Wohnungssuche im schönen Kreis Lippe.

Fast überflüssig zu erwähnen, nach unseren jeweils letzten Kontakten hat sich keiner der Eigentümer bzw. Makler bei uns noch einmal gemeldet.

Dienstag, 29. November 2016

Winter

Das Leben ist mir fremd geblieben.
Hat manches Spiel mit mir getrieben.
Abschied nehmen fällt nicht schwer,
an etwas zu glauben dagegen sehr.
Bei all dem Tadel und Gehader
bin ich mir selbst der beste Vater,
ein Vater der Gedanken frei
im trüben Alltagseinerlei.

Sonntag, 27. November 2016

"Der Freundliche" und "Das Auto"

"Der Freundliche" ist immer ein Erlebnis wert. VW hat nun endlich das Softwareupdate durchführen lassen, auch für mein Modell. Eigentlich sollte alles bereits im ersten Quartal erledigt werden. Für die Verzögerung kann "Der Freundliche" nichts. Für den Fall, dass ich nun einen Ersatzwagen am Tag der Erledigung benötigen würde, kündigte mir die Dame am Telefon die Bereitstellung eines Q3 an. Als ich morgens meinen Wagen zur Werkstatt bringe, heisst es, VW zahle nur VW-Modelle. Polo oder Touran, so lauten meine Alternativen als Ersatz für meinen Tiguan. Das auch der gewählte Polo nur als Automatic zur Verfügung steht, habe ich auf dem Parkplatz zur Kenntnis zu nehmen.
Als ich den Wagen abends bei der Abholung meines Fahrzeuges abgebe, verrate ich vollmundig, dass ich ihn nicht voll getankt habe, da ich nur 14 km gefahren sei. Daraufhin belehrt mich die Dame am Empfang.
Das sei nicht gut, sie müsse das jetzt als intern verbuchen. Ich hätte tanken müssen. Wie das praktisch geht, interessiert sie dabei nicht. Die wird nur noch unfreundlicher.
Den ganzen Ärger habe ich, weil VW mit einer Softwaremauschelei versucht hat, Verbrauchswerte ihrer Fahrzeuge  in erster Linie in den USA mit den dortigen Grenzwerten kompatibel zu machen.
Wie auch immer, ich habe keine 0,etwas Liter nach getankt.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Preise für eine Inspektion offensichtlich frei verhandelbar sind. In demselben Autohaus erhalte ich zunächst einen Kostenvoranschlag über 260 €. Am Tag der Ausführung bekomme ich vom Werkstattmeister, der wie er selbst sagt, sich mit VW nicht auskennt, da er sonst nur Audikunden bedient, 420 € genannt. Als ich auf meinen Kostenvoranschlag verweise, reduziert sich das Ganze auf sage und schreibe 162 € und ein paar Zerquetschte.
Nicht nur VW selbst, auch die Vertragswerkstätten scheinen mit der Situation überfordert.
So habe ich auch das Schreiben, in dem VW bescheinigt, dass die Änderungen keinerlei Auswirkungen auf Leistung und Verbrauch meines PKW hat, nicht erhalten, obwohl es mir anfangs avisiert wurde,
Immerhin wurde mir mein Wagen wenigstens noch gewaschen.

Samstag, 19. November 2016

Therapiepause

Schwankend, zumindest innerlich,
bewege ich mich im Park, dem LiLu-Park. Licht und Luft.
Werde ich es bis zum Land's End schaffen? Diese runde kleine Plattform am Main, die statt einer Spitze, zum Meditieren einlädt.
Therapiepause
Ich setze mich auf eine Bank, betrachte die gefallenen Blätter. Gefallen wie meine beruflichen Ambitionen. Hatte es nicht mehr ausgehalten in meinem Isolationsbüro. Das jahrelange "Sich Arrangieren" hatte ein Ende. Leere.
Wie ein Tarzan habe ich mich über den Main geschwungen, um meine Seele zu retten. 
Eine Jane finde ich hier sicher nicht.
Ich gehe weiter. Eine Frau fegt Laub zusammen. Sie wünscht mir einen schönen Nachmittag.
Ich bin gerettet.

Holz

Ich erinnere mich an die Zeit, wo Vater Holz von der Arbeit mit brachte. Das musste zerkleinert werden. Mit der Axt im dunklen Keller neben der Kartoffelkiste, da habe ich mich manches Mal mehrfach umgesehen, bevor ich das Vertrauen hatte, dass da Keiner lauert. Aus großen Holzscheiten wurden schmale Späne, aus gepressten Spanplatten mit der stumpfen Seite der Axt größere Stücke. Vater war zufrieden.
Obwohl mir die Hackerei Spaß machte, waren doch alle erleichtert, als wir endlich eine Zentralheizung bekamen. Niemand musste also morgens das Zeitungspapier im Ofen anzünden, dass wiederum das Spanholz, dann die größeren Holzscheite, die Eierkohle und schließlich die Briketts zum Brennen bzw. zum Wärme verheißenden Glühen bringen sollte.
Das war damals vor bald 50 Jahren.
Umso verwunderter reibt man sich die Augen, wenn man heute im Sommer den Nachbarn beim Zerkleinern ganzer Waldbestände mittels Motorsäge und großer Axt (ich hatte damals eher ein Beil) beobachten kann. Damit will er in den südhessischen Flachlandwintern, die den Namen "Winter" nicht verdienen, seinen Luxuskamin zu allen passenden und unpassenden Gelegenheiten befeuern. Aus seinem feinen, extra außen verlegten Kaminrohr entsteigt dann der Duft, der uns in der kalten Jahreszeit begleiten wird: Ruß.


Der Bezirksschornsteinfeger hat das alles abgesegnet. Theoretisch zieht der Wind immer in eine andere Richtung, praktisch weiß der Wind nichts davon.
Es soll ja auch Menschen geben, die stolz darauf sind, mit Holz zu heizen. Jawohl, der Wald stirbt nicht, brennt aber gut.
Damit wir auch im Sommer einen angenehmen Duft in der Wohnung haben, grillen unsere Nachbarn wechselweise. Mit Holzkohle versteht sich, denn nur das ist echtes Grillen.


Samstag, 12. November 2016

Guten Abend

Was gibt es Schöneres, als sich am Lebensabend gegenseitig anzuquengeln? Gemeinhin gilt der Abend als eine entspannte Tageszeit. Und dennoch werden die meisten Streitigkeiten wohl abends ausgetragen. Da macht der Lebensabend keine Ausnahme.
Dabei könnte alles so schön sein.
Altersruhestand oder Ruhestand, so lauten sinnige Bezeichnungen für die Zeit, wenn "ich in Rente" bin.
Doch von Ruhe keine Rede, der Alltag nimmt nun auch den Raum ein, den der Beruf bisher inne hatte. Zeit, den Partner richtig kennenzulernen und vorhandenen Knatsch richtig aus zu walzen. Da sind professionelle Konfliktlösungsstrategien gefragt. Wer bisher einen Beruf hatte, hat nun gleich mehrere. Blöd nur, wenn Partnerin und Partner auf unterschiedlichen Baustellen arbeiten. Dann gibt es keinen gemeinsamen Feierabend.

Montag, 7. November 2016

Schriftlich

Sprachlos sind die Menschen,
wenn ich schreibe,
vielleicht weil ich nicht übertreibe,
mir keine Mühe gebe,
das sie mich verstehen.
Es ist doch alles ein Versehen.

Samstag, 29. Oktober 2016

Stuhlgang

Während ich den breiigen Stuhlgang meines Hundes betrachte,
kam die Sonne und lachte und lachte.
Was bedeutet Dir die Scheißerei
freust Du Dich den gar dabei?
Ja. wenn es ihm gut geht, dem Hund,
dann ist auch sein Herrchen gesund.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

93/6

Vermisse gerade die Morgenrunde,
diesen Glanz zu früher Stunde,
wenn jede/r erzählt,
was sie/ihn quält.
Doch manche schweigen,
da schließt sich der Reigen.

Freitag, 21. Oktober 2016

Schnipsel

In der Nacht den Traum gesponnen,
manche Erinnerung ist verronnen,
im Lauf der Zeit Gefühle schwinden, Gedankenschnipsel von damals künden.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Meditation

Vergiß Deinen kaputten Geist, die geschundenen Seele,
das Körperweh.
Schüttel es ab wie die Haut den Schnee,
spür der Ewigkeit Entfalten,
lass die Sinne sie verwalten.
Wer Dich aus diesem schönen Traume weckt,
es ist Dein Hund, Dein Ohr er leckt.

Montag, 10. Oktober 2016

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Gene

Ich muss irgendeine schlecht schmeckende Suppe auslöffeln. Die Begründung lautet, ich würde meinen Kopf immer so nach vorn fallen lassen. Wann ich ich diesen ungastlichen Ort verlassen?
Die Anderen (wer sind sie?) vergnügen sich ohne mich. Meine Reise scheint noch nicht zu Ende zu sein. Ich habe meine Gene dorthin weiter gegeben, wo ich sie nicht mehr erreiche.
Wo sind die Väter und Mütter dieser Welt?

Freitag, 30. September 2016

Ein letzter Tag

Morgens ins Tattoostudio, man erklärt mir zu dünn und zu fein dürften die Linien nicht sein. Sonst bestünde die Gefahr des Verlaufens. Ja, die Zeit und Hautveränderungen sollte man auf dem Schirm haben. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie will ich mir die Eitelkeit eines, wenn auch kleinen, Tattoos nicht gönnen. Es scheint nicht für Vater's Sohn bestimmt zu sein und so habe ich mich wohl selbst verlaufen. Egal, ich muss in die Firma, mein letzter Vollzeitarbeitstag. Ich habe Spätdienst dazu.
Ich habe an solchen letzten Tagen immer Spätdienst, auch als mein Vater sein letztes Wochenende erlebte, hatte ich Spätdienst. Was ich nicht haben werde, ist eine Verabschiedung, Aber ich hatte ja auch keine Geburtstagsgratulation zum Sechzigsten. Das ist konsequent.

Heute macht es mir Spaß, das letzte Mal hier. Ich werde auf alle Fälle heute nachmittag noch entspannen. Denn ab morgen bin ich Rentner.

Montag, 26. September 2016

Beginn

Vor dem Wecker denke ich an den Tag,
was er mir wohl bringen mag.
Der Schweiß, der fließt dabei in Strömen,
manche Vorstellung kommt wohl aus Böhmen.
Doch mit dem Aufstehen ist's vorbei,
es folgt das Alltagseinerlei.

Mittwoch, 21. September 2016

Vom Nutzen

Es nützt nichts,
ein Menschenfreund, der werde ich nicht.
Sie reizen, sie nerven, sie sind nicht ganz dicht.
Kreuzen dauernd Deinen Weg,
wenn Du Dich einlässt, sind sie weg.
Am Ende bist Du doch allein,
ob mit oder ohne Herz aus Stein.

Dienstag, 20. September 2016

Free

Free of my thoughts again,
scrutinizing love papers and then
will be free of my thoughts again,
deleting phone numbers with my pen.
Will I be free of my thoughts again?

Montag, 19. September 2016

Sperrmüll

Wenn etwas zu sperrig ist, wird es zu Müll.
Müll, der uns einsperrt in die eigene Vergangenheit.
Sperrmüll eben, ein altes Teil vom Leben.
Der Rest davon muss weg,
den er verstellt den Weg.
Der Osten wird ihn holen
und das sind meistens Polen.

Mittwoch, 14. September 2016

Fahrt

Schwitzen am Morgen,
Laufen und Sorgen.
Was werde ich erfahren
nach all diesen Jahren?

Wieder vor Ort,
so schön ist es dort.
Am Abend ein Rot,
Belohnung für Not.



Dienstag, 13. September 2016

Happiness Is A Warm Gun II

Was vier Helden einst gesungen,
ist in mir längst nicht verklungen.
Mit Handtuch und Rucksack gehen wir in den Wald,
nicht nur Gedanken teilen halt.
Es ist dunkel, du führst mich zurück,
was hatten wir zuvor für Glück.
Vom Berg herunter, den Ohrring verloren.
Du hättest den jungen Mann Dir auserkoren.
Der ich nicht war und nimmer bin,
wie war das Motto, wie der Sinn?

Dienstag, 6. September 2016

Happiness Is A Warm Gun

Das ist ein lebenswertes Motto. Warm, ja heiß sind momentan aber nur die Motoren der blubbernden Spaßmaschinen, die derzeit überall ausgefahren werden. So als müssten wir uns beeilen, ja bald alle fossilen Brennstoffe zu verheizen. Zur Zeit wird auch fleißig Holz gehackt, damit im Winter der Kamin raucht. Mit dem Umweltverständnis vieler Menschen hierzulande verhält es sich wie mit den Kochkursen im Fernsehen. Man sieht sie fern, aber gegessen wird beim Macces.

Sonntag, 28. August 2016

Käse in Lippe

Es gibt sie noch, die Servicewüste Deutschland, trotz aller "Was kann ich für Sie tun" - Versuche. Neulich an der Käsetheke des größten Supermarkts einer alten Hansestadt in Lippe, da hatten sie Pause während der Geschäftszeit. Die Kollegen von der Fisch- und Fleischtheke informierten uns darüber. Kein frischer Käse also, damit kann und muss man in diesem Fall leben.
Man lebe von der Vermietung der Ferienwohnung, sagt der Mann am anderen Ende der Leitung. Daher könnte er die Stornogebühren erst zurückzahlen, wenn die Wohnung neu vermietet sei. Er hatte genau einen Tag nach dem unsere kostenfreie Stornofrist abgelaufen war, mitgeteilt, dass wir wegen unseres Hundes nicht anreisen dürfen.
Hunde und kleine Kinder nehme man nicht vom Schoss, so hörte ich es anderweitig. Ich mache es trotzdem und so sind wir doch wieder in eine Ferienwohnung in Lemgo eingedrungen. Im Bad brennt die Deckenbeleuchtung nicht. Wackelkontakt, erklärt uns die Vermieterin und "Mein Mann müsste mal.." . Bis heute hat er nicht gemusst. Die Miete sollen wir lieber in bar bezahlen.
Das ist alle Nichts im Vergleich zu einem stundenlangen Klagelied einer leidenden Mutter über einen verpatzten Urlaub an der See und ihren verwöhnten Sohn. 
Ja, in Lippe lässt es sich leben, auch ohne frischen Käse.

Freitag, 26. August 2016

Arcor

Arcor, dieser putzige kleine Online Provider, den es eigentlich gar nicht mehr gibt, kündigte als Verbesserung seines Onlineservice u.a. die Einstellung des Homepageangebots an. Ich bin so dankbar, dass ich die Entscheidung über die Löschung meiner Homepage, die ausser ein paar Kolberg-Fans keinen interessiert, nicht selber treffen muss. Danke, Arcor!

Freitag, 19. August 2016

Bauherrenmodell

Lippische Bauherrin sitzt auf der Stelle,
der Bau entsteht nicht allzu schnelle.
Wenn Kinderstimmen dereinst verhallen,
wird er dafür langsam verfallen.

Donnerstag, 11. August 2016

Tattoo

Mein TV-Set verschafft mir immer wieder neue Eindrücke. Engländer lassen sich gern besoffen tätowieren. Wer hätte das gedacht? An sich ist die Idee, das unter Alkohol über sich ergehen zu lassen ja sehr vernünftig. Du spürst keinen Schmerz und siehst auch das Ergebnis frühestens am nächsten Morgen. Du plagst Dich nicht mit dem Gedanken, dass das nicht mehr weg geht, obwohl vielleicht misslungen oder ganz anders wie gedacht. Gesundheit ist Dir auch egal, es zählt eben nur der eine Moment. Du musst Dich nicht rechtfertigen hinter her. Sticht der vielleicht zu tief, was nimmt er für eine Farbe? Für was fragt man sich das eigentlich? So wird das nichts. Lass' es, hat mir mal so eine Tattoomamsell geraten.
Da fehlt mir eben doch die Nadelspitze, des Messers Schneide, der Ritt auf der Klinge und der Nadel Stich.

Dienstag, 9. August 2016

Rio

Was würde ich machen, wenn ich König von Deutschland wär' ?
Bestimmt nicht das ARD-Morgenmagazin schauen. Da werden zwar die Olympia-Ergebnisse der Nacht nicht gezeigt, aber "neueste News" präsentiert.
In Rio gibt es Rollmöpse. Für diese und andere erleuchtenden Einsichten reisen Reporter
um die Welt. Immerhin, es mag kulturell mehr Einsicht bringen als die ewige Medaillenhechelei,
die regelmäßig in den deutschen Medien einer vorolympisch scheinheiligen Dopingdiskussion folgt.
Ich jedenfalls wäre für die absolute Freigabe aller Dopingmittel. Frei Dopen für unfreie Athleten, wenn es sein muss mit Rollmöpsen!

Donnerstag, 4. August 2016

Becky Chambers - The Long Way to a Small, Angry Planet

Science Fiction einer anderen Art, die ein Bild von friedlich koexistierenden Rassen in das All projiziert. Menschen sind selbst Aliens unter vielen. Die Protagonistin ist eine Frau, die mehr als froh sein kann über ihre neue Anstellung auf einem "Tunneling Ship". Mit gefälschten Daten gelingt ihr die Täuschung, die sie später selbst zu geben wird. Im Captain der Wayfarer und in der Crew findet sie eine neue Heimat.
Das Raumschiff bohrt Wurmlöcher ins All und schafft somit Verbindungswege durch den Hyperraum. (Perry Rhodan lässt grüßen.)
Ein Großauftrag schließlich schafft dem in finanziellen Nöten steckenden Captain Luft.
Es soll eine Tunnel zu den bislang verfeindeten Toremi geschaffen werden, eine Rasse, über die man bisher nur wenig weiß. Als entsprechend gefährlich erweist sich der Auftrag.
Für Action erwartende Gemüter mag das Buch langweilig sein, die Beschreibung der Charaktere der einzelnen Personen fällt sehr umfassend aus und ist aber durchaus spannend.
Das Thema künstliche Intelligenz wird genauso beleuchted wie verschiedene Modelle der Fortpflanzung und des Zusammenlebens der Geschlechter. Auch die gesunde Ernährung kommt nicht zu kurz. Dank Dr. Chef, Vertreter einer aussterbenden Rasse, gibt es immer was Gesundes zu futtern und zwar aus dem eigenen Garten des Raumschiffs. Becky Chambers hat sich auch mit Homöopathie beschäftigt, da nimmt das nicht wunder.
Zudem gibt es wie in jedem Science-Fiction-Roman deutliche Bezüge zur Gegenwart. Das von Jedem der fast zu freundlichen Charaktere benutzte Scrib erinnert an die Tablet-Computer unserer Tage.
Aber schließlich muss man die Welt ja auch nicht immer ganz neu erfinden.
Ich jedenfalls freue mich auf Teil 2 der Wayfarer-Story, die im Oktober 2016 erscheinen soll.
Auf deutsch gibt es den Roman unter dem Titel: "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten", was ich jetzt nur halb so schön finde wie den Originaltitel.

 

Dienstag, 2. August 2016

Der kleine Mucki

Das ist alles viel zu groß, sagte der kleine Muck und schaute auf den noch kleineren Mucki und an sich herunter.
Mucki wedelte weiter tapfer mit dem Schwanz. Der kleine Muck fand derweil Haare vom Mucki auf seinem Tablet. Da macht sich die reale Welt schon über meine kleine digitale ganz lustig, dachte der kleine Muck. Meistens ist es anders herum.
Aber wirklich, die Realität ist viel zu mächtig. Da fühlt sich der kleine Muck nur auf dem Feld draußen wohl, während der kleine Mucki da rein pinkelt.
Da tauchen noch keine Kodderlappen auf und auch weder die Gewänder, noch die Gesichter sind schwarz. Das freut den Muck und der Mucki vermisst weder Kinder, noch Jogger, Radfahrer oder sonstige alternativen Krawallbrüder.
So klein ist die Welt geworden und das Leben groß wie eine Riesenhose.  

Sonntag, 31. Juli 2016

Anno

Fast wie im letzten Jahr,
Schweiss und Schmerzen
auf der Haut,
Zukunft scheint mir längst vergraut.
Pläne und Ziele auf dem Herzen,
niemand zündet an die Kerzen.
Die Angst, die ist jedoch verschwunden.
Es naht der Unruhestand, unumwunden.

Sonntag, 24. Juli 2016

Grüner Baum

Tanzende Kälber auf grünen Wiesen,
Ernte auf Feldern, Hunde genießen.
Den Regeboge fangen,
zur Ruhe gelangen.
Durch Täler verfahren, am Ziele bald.
Ja, das ist Urlaub im Odewald.


Mittwoch, 13. Juli 2016

Das eine oder andere Leben

Wie lange lebe ich schon mein anderes Leben?
Erst war es der Bruder, auf den ich aufpassen sollte.
Dann wollten die Eltern was von mir haben.
Schließlich sollte ich ein Soldat sein, obwohl ich keine Bretterwand hoch kam,
Grundausbildung.
Offizier dann Beamter, so war es geplant.
Kurzzeitig brach ich aus, ab und zu zusammen,
Wäschekeller.
Mit einer Frau wollte ich ein Leben aufbauen, was missglückte.
Durchfall im Kibbuz.
Anderen Frauen war ich zu Willen mit mehr oder weniger Erfolg.
Fahrten auf der Autobahn, trotz allem, der Vater war überrascht, als ich da war,
als er ging.

Im Beruf viel erledigt, nicht viel gesprochen, Meetings gemieden,
Verrat stets gerochen.
Verwandtschaft nicht da, wenn ich sie brauchte,
verstehe, dass Mutter meist sehr viel rauchte.
Ich könne mich nicht durchsetzen, so hat es gehießen.
Falsch, will doch nur das Leben der Anderen genießen.

Mein lieber Hund, der wird sich freuen,
ich werde ihn bis zum Ende betreuen.
Einer macht das Licht aus, vielleicht bin das ich,
es ist nicht von Interesse in der Sache an sich.

(Wer das Leben liebt, der kommt unweigerlich in Gefahr, es zu sehr zu tun.)

Mittwoch, 6. Juli 2016

Aspirations

Hanging around in my bureau,
swallowed by music I used to know.
Thoughts are the same as they used to be,
no one else inspired, it is all in me.
Nothing to loose and nothing to keep,
life runs without me doing a sweep.
Troubled times they may come and go,
what I will do is ending this show.



Freitag, 1. Juli 2016

Witzfigur

Die Dunkelheit nahm zu, gleichzeitig verspürte ich eine zunehmende Bedrückung. Eine einzelne Kerze brannte noch. Flackerte einstweilen. Irgendwie schaffte ich es, Kraft zu sammeln, der Raum erhellte sich. Dennoch ging ich zur Tür und wollte ihn verlassen. Ich spürte, da war noch was. In der Finsternis draußen stand eine füchsische Figur, die mich von der Kleidung her eher an den gestiefelten Kater erinnerte. Eine schiefe dreieckige Mütze saß auf dem Kopf. Da musste ich wohl vorbei, sogleich wollte ich die Figur in die Ecke drücken. Das gelang mir auch, brachte mich aber nicht weiter. Mit unbeweglichem Ausdruck blieb die Figur stehen, fast als ob sie mich auslachen wollte. Ich wusste, es war aus.
 

Montag, 27. Juni 2016

Carpet People

Wer hätte es gedacht? Die Engländer sind noch blöder als wir. Man muss die EU ja nicht mögen, aber der Rückfall in die Nationalstaaterei kann allenfalls als Drohgebärde eine Option sein. So langsam wird das einigen Herrschaften auch auf der Insel klar.

Samstag, 25. Juni 2016

Sage

Schopenhauer sagt in seinen "Aphorismen", dass die Einsamkeit das größte Gut des Menschen ist. So langsam glaube ich das auch.

Mittwoch, 22. Juni 2016

En façon - Ähnlichkeiten mit ..sind rein zufällig

Zwischen all diesen Potthaarschnitten (unten kahl rasiert, oben ein kleiner Busch), die leicht als Vorstufe zum Irokesen durch gehen, tappse ich nun wie ein zu spät gekommener Michael-Jackson-Verschnitt durch die Gegend. Das Zusammenbinden der Haare, das ich zuletzt anlässlich des Chaselaufs in Frankfurt praktizierte, findet nicht die Zustimmung meiner Gattin. Sie mag es lieber offen bei mir. Junge Frauen dagegen lieben Potthaarschnitte, der ausrasierte Kopf soll wohl Männlichkeit symbolisieren. Hatten wir auch schon zur Zeit, als mein Vater jung war. Man nannte so etwas Faconschnitt. In einer Zeit, die auch modisch nichts Originelles hervor bringt, fühle ich mich wohl, so wie ich bin, auch wenn ich Herrn Jackson in keiner Weise ähnele.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Menu

Nun laufen sie wieder,
die großen und kleinen
Fußball-Millionäre und
wir alle sollen am servierten
Fernsehtisch Platz nehmen,
den die UEFA zuvor zensiert hat. 
Ihnen bei der Arbeit zu sehen.
Fußball, so hieß es einmal,
sei sie schönste Nebensache der Welt.
Und tatsächlich kocht jeder sein
eigenes Süppchen drauf:.
Hooligans, IS, Sponsoren und die Politik, ob so etwas schmeckt?
Die nächsten Wochen werden es zeigen.

Dienstag, 14. Juni 2016

Freitag, 10. Juni 2016

Mittwoch, 8. Juni 2016

Handel & Wandel

Wann beginnt sie die Zeit
meiner Berufslosigkeit?
Hab' lange gewartet
und nimmer geweint,
Laufbahn gestartet
und Leistung gemeint.
Erwarte den Wandel,
doch was kommt danach?
Ergibt sich ein Handel
oder liege ich brach?

Frage, deren Antwort die Zukunft weist.
Gehe auf leisen Sohlen zumeist.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Sublayer

Da sehe ich mich stehen, höre, wie ich meinen Namen sage. Mit Hornbrille und Lederhose, meine innere Begeisterung im Widerspruch zur Wahrnehmung meiner Zeitgenossen, weit entfernt bin ich von dem Außenseiterkind und doch so nah dran.
Hier soll ein neuer Hafen entstehen, wo finde ich dieser Baustelle einen Parkplatz für mein Auto? Es droht in eine Grube zu rutschen.

Dienstag, 24. Mai 2016

Schon gewusst?

Hier bittet ein selbst ernanntes Modell, ansonsten völlig emanzipiert und auf der feministischen Linie, um finanzielle Unterstützung für ein paar Bildchen und ein paar Gedanken, da quillt mein Skype über vor Spamkontakten. Die Augen könnten einem über laufen, ließe man sich darauf ein. Substantielle Kommunikation? Selten und wenn, dann unangenehm.
Die Soundsoviel.0 - Welt trennt die Menschen von der realen Welt und macht sie zu Usern. Aber wer hätte das nicht schon gewusst?
Die Sucht treibt uns weiter.

Montag, 16. Mai 2016

Mecki

Ein Hund und ich nun an der See
voller Hoffnungen und viel Weh. 
Meine Auge flimmert und er geht, 
zum ersten Mal sieht er das Meer, 
er springt,  er läuft, die Brise weht. 
Ich bin sein Hund und mag ihn sehr.




Montag, 9. Mai 2016

Vorbild

Wandernd unter Zelten sitzen,
getragen von Gedankenblitzen.
90 Jahre, keine Zeit
und die Dame ist bereit.
Diese da, die für uns spricht
und ihre Worte fordern Pflicht.
Die Natur so zu erleben,
das ist schön und zu erstreben.


Donnerstag, 5. Mai 2016

Liebesbrief

Da liegt er vor mir, Dein lieber Brief.
Erinnert mich an das, was unvergessen
in mir schlummert sanft und tief.
Ihn wegzuwerfen wäre vermessen,
ihn aufzuheben süße Qual,
hätte ich doch nur diese Wahl.
Noch einmal wollten wir beschreiten,
Wege, die wir gingen, uns begleiten.
Doch auf was wollen wir hoffen,
was war, was nicht, macht nur betroffen.

Dienstag, 3. Mai 2016

Beschnitt

Fahr' im Zug der Biedermänner,
träum' auf einem andren Nenner.
Was hier weg ist, bleibt verloren,
Ehrlichkeit nicht auserkoren.
Jeden Tag nun geht das so,
fühle mich bereits im Zoo.
Meine Haare sind zu lang,
der Spießer sieht's und ihm ist bang'.
Freiheit, die er auf den Lippen trug
war nichts als jugendlicher Betrug.
68/7oer, wozu habt ihr gestritten?
Heute wird ein andres Pferd geritten.
Raffgier und Konformität
das ist die erste Priorität.
So fahr' ich weiter, doch nicht weg
und suche meinen Lebenszweck.

Mittwoch, 27. April 2016

Der Hund

Deutschland ist auf den Hund gekommen. Tierschutzvereine kümmern sich darum, Hunde nach Deutschland zu holen, damit sie vor der Tötung in ihren Heimatländern bewahrt werden.
Dieses humane Anliegen einem Tier gegenüber ehrt uns. Auch wir wollen helfen, in erster Linie allerdings um selbst einen Hund zu bekommen, der keine Windeln mehr braucht und um keinem Züchter auf den Leim zu gehen.
Vorbereitet sind wir ja wirklich gut. Ein amerikanischer Hundetrainer beschreibt ein "Naturgesetz" für Hunde. Sie sind, so meint er, erst Tier, dann Art, dann Rasse und zuletzt Individuum.
Ein Tier denkt nicht, es folgt seinen Instinkten und es hat einfache Grundbedürfnisse:
Fressen, Schlafen, Kuscheln, Bewegung und ab und zu mal zu festgelegten Zeiten mal Sex.
Das Gefühl lässt der Meister hier außen vor.
Wie merkwürdig müssen wir Zweibeiner einem Hund vorkommen, so wird es mir die nächsten Tage durch den Kopf gehen. Wir verbringen so viel Zeit mit scheinbar sinnlosen Dingen. Reden, den Haushalt machen, zur Arbeit gehen und meist auch wieder nach hause kommen, sich die ganze Zeit mit unerklärlichen Gegenständen befassen und vor allem viel von A nach B oder sonst wohin unterwegs sein. Meist in Blechkisten, die einem Hund wenig Anheimelndes bieten.
Klingt alles nach wenig Spaß. Aber der Hund hört ja auch nicht in erster Linie, er riecht. (aktiv und passiv)
Die zweite Frage, die ich mir stelle, wird lauten, warum ich mir ein Lebewesen an den Hals lade, dass sich abseits seiner Grundbedürfnisse nicht für mich interessiert. Wahrlich habe ich schon genügend Menschen um mich herum, die mich nicht verstehen.
Unser Hund nun lebt schon vier Monate in Deutschland bei einer Pflegestelle und wir reißen ihn nun erneut aus seinem gewohnten Umfeld heraus. Da hatte er einen Leidensgenossen und Kinder, die mit ihm spielten. Nun ist er allein mit uns, meiner Frau und mir. Auto fährt er nicht gern, genau da fährt er jetzt mit. Nach Deutschland kam er nach 20 Stunden Busfahrt und war völlig verwirrt. So erhalten wir auch jetzt den Tipp, nach dem Ende der Fahrt erst mal Gassi zu gehen.
Jetzt zittert und pupst er, auf die Rückbank hinsetzen ist nicht. Er klammert sich an mich, schmiegt sich an. Ich kann nicht fahren. Meine Frau tut es.
Wir erleben ein paar schöne Tage mit ihm. Sie (eine Hündin) hört allerdings nicht die Bohne, wird aber auch nicht böse, schmollt nur. Sie soll nicht ins Schlafzimmer und nicht auf die Couch. Das alles kannte sie bisher. Sie geht nicht bei Fuß, zieht immer vorweg mit der Schnauze am Boden. Meine Frau kann sie kaum halten. Sie ist eine Jägerin, sobald wir draußen sind, interessieren wir nicht mehr.
Sie springt katzengleich auf, sobald sie was peilt und rennt los. Zwei Jahre alt, Straßenhündin eben und schon Mutter eines Wurfs. Sie weiß, was sie will. Sie mag mich, bilde ich mir ein. Wenn ich mir ihr raus gehen will, macht sie vorher ihre Unterwürfigkeitsgeste, will gestreichelt werden, leckt mich, wo sie kann. Sie ist schön, ihre braunen Augen sind klar und eindrucksvoll. Ihr Fell ist kurz und honigbraun. Ein Dackel mag in der Mixtur dabei gewesen sein. Sie blickt uns traurig an, wenn sie in ihrem Bettchen liegt und wieder mal nichts los ist. Spielen wird sie bei uns nicht, auch nicht mit ihrem Lieblingsspielzeug. Es wird bald klar, joggen werde ich nicht mit ihr können, sie hält kein konstantes Tempo, wandern auch nicht. Autofahren, eine Riesen-Nummer, Alleinsein, geht so.
Es wird uns klar, sie ist anders, als sie uns beschrieben wurde und wir sind nicht die richtigen Partner.
Wir mögen sie, aber sie ist nicht glücklich. Sie merkt es, als wir sie zurück bringen wollen.
Hatte mich zuvor noch einmal begrüßt, drückte ihren Kopf an mein Bein. Aufforderung zum Schmusen.
Das Bettchen geht mit. Vor dem Auto hat sie wie immer Respekt, gibt ihr typisches Wimmern von sich. Sie bellt nie. Sie zittert unterwegs, schmiegt sich noch einmal an mich an.
Wir nehmen Abschied in ihrem Zuhause. Sie springt wild vor Freude mit ihrer ehemaligen Spielgefährtin herum. Schaut mich noch einmal an. Alles gut, ob wir noch einmal einen Versuch unternehmen, ich weiß es nicht.
Hund und Mensch verstehen sich, wenn sie wollen und manchmal müssen sie sich trennen. Sehr viel menschliche Vorstellungskraft fließt in so eine Beziehung ein.




Dienstag, 19. April 2016

Rachel Joyce - The Unlikely Pilgrimage Of Harold Fry

Die Geschichte in diesem Buch könnte so oder so erzählt werden.

So: der Pensionär Harold Fry erhält eines Tages einen Brief einer ehemaligen Arbeitskollegin, in den sie ihm schreibt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt unter Angabe des Krankenhauses, in dem sie liegt. Harold erhält diesen Brief von seiner Frau, die diese Kollegin kennt. Er beschließt zu antworten und den Brief persönlich zum Briefkasten zu bringen. Der Weg dahin entwickelt sich zur langen, völlig ungeplanten, Reise und das Pilgern zu sich selbst beginnt. Harold beschließt, den Brief persönlich abzugeben.
Oder so: es wird die Lebensgeschichte zweier Menschen beschrieben, die durch eine Krise gehen mussten (Selbstmord des gemeinsamen Sohnes). Obwohl sie sich die Eheleute danach voneinander entfremdet haben und Maureen (Harold's Ehefrau) nun die plötzliche Trennung von ihrem Mann verkraften muss, finden beide letztlich wieder zueinander, kann es Maureen sogar tolerieren, dass ihr Mann Gefühle für ihre vermeintliche Konkurrentin Queenie (die Kollegin) zeigt.
Man kann also getrost von drei Hauptpersonen reden.

Doch das Buch ist erstaunlicherweise noch mehr. Es leistet sich einen Blick auf unsere Gesellschaft von außen. Es lässt den Protagonisten Harold alle Stadien durchleben, die ein einsamer Wanderer auf Britanniens Straßen durchlaufen mag. Harald lebt im Südwesten Englands und Queenie stirbt im Nordosten. Außer einer Reise durch England leistet sich die Autorin einen genauen Blick auf die Art, wie heutzutage Vermarktung funktioniert und wo sie schon einsetzen mag. Ein Reporter stößt auf Harold und befragt ihn eingehend nach seiner Reise, fotografiert ihn und fortan wird Harold nicht mehr allein sein, werden Festivitäten und Veranstaltungen seinen Weg begleiten. Harold wird das mühsam gefundene Selbst, seine Verbindung zur Natur, sein Leben mit und in ihr, kurzzeitig verlieren.
Beeindruckend die Szene, in der Queenies Tod aus ihrer Sicht geschildert wird, nachdem sie zuvor noch den Harold's Besuch bemerkt hatte, ohne mit ihm sprechen zu können.

Das Leben schreibt oft tiefe und einsame Dramen verbunden mit Gefühlen der Angst und Einsamkeit, der Ohnmacht und auch der Zuneigung gegenüber der Person, die einem im besten Fall das ganze Leben begleitet. Eine ganze Menge davon stellt Rachel Joyce in diesem Roman sehr emphatisch dar.
 

Mittwoch, 13. April 2016

Urknall

Echo des Urknalls gehört,
doch war ich nicht verstört.
Das Leben geht durch mich hindurch,
bin ein seltsam berührter Lurch.

Dienstag, 12. April 2016

Czech Dream

Aus dem Busfenster sehe ich Strassengräben. Meistens mit Bäumen, sodass die Straßen einen alleenartigen Charakter haben.
Ostern in Tschechien, Gedanken an die Vergangenheit gehen mir durch den Kopf.  Eine Vergangenheit, die man in Tschechien nicht mehr zu kennen scheint. Unsere Reiseführerin wird mir sagen,  dass in Budweis nichts zerstört wurde. Bomben fielen nur auf Prag und die Rüstungsbetriebe.
Nichts zu hören ist über das Schicksal der Deutschen, die hier mal lebten.
Im Mai 1945 waren die amerikanischen Truppen bis in die Gegend um Pilsen vorgestoßen.
Ein amerikanischer Filmer hielt die Szenen fest,  die nun seit Jahren im Internet für Interesse sorgen.
"The Lost German Girl" heißt  die Sequenz, die eine junge, offensichtlich misshandelte, Frau zeigt,  die gekleidet in einer Militärhose auf den Berichterstatter zu läuft.
Völlig verzweifelt zeigt sie ein paar Geldscheine des Protektorats Böhmen und Mähren. In eben jenen Straßengräben liegen tote und sterbende deutsche Soldaten. Aber auch Zivilisten wurden nicht geschont, selbst im Tod noch bespuckt. Offen bleibt, ob das Mädchen überlebte und bei den Amerikanern Schutz fand. Bekannt und im Film auch zu sehen ist,  dass sich das Ganze am Kilometerstein 78 auf dem der Straße von Prag nach Nürnberg abgespielt hatte.
Eben diese Gegend, die wir nach dem Verlassen der Autobahn bei Pilsen durchfahren.
Deutsche und Österreicher haben lange Zeit in Tschechien gelebt,  de Land ihr Aussehen gegeben,
doch haben die Tschechen damit offenbar mit insbesondere den Deutschen ein Problem.
Trotz vieler deutscher Touristen wird Deutsch oft nicht verstanden, bieten Hotels oftmals noch nicht einmal deutsche Fernsehprogramme an. Beim Essen kann es dann schon mal passieren, dass die Kellnerin patzig wird, wenn man reklamiert, so wie wir das in unserem Hotel erlebten. 
Und auf die Frage, ob es sich beim servierten Wein um tschechischen handelt, kommt nur ein kurzes "Ja". Man erfährt also nicht all zu viel über dieses Land, außer vielleicht etwas über die länger zurück liegende Historie.
So ist es nicht verwunderlich, wenn man sich ein eigenes Bild macht. Ich träume also wenige Tage nach Rückkehr von unserer Osterreise, dass ich einst ein Geschäft im Sudetenland hatte. Ich kam mit 
allen Bewohnern des kleinen Ortes gut aus, egal ob es nun Deutsche oder Tschechen waren. Meine tschechischen Sprachkenntnisse waren nicht groß, aber es reichte, um sich verständlich zu machen. 
Unterschiede machte ich keine zwischen den Menschen und politisch war ich nicht aktiv. Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde die Situation unangenehm. Tschechische Freunde rieten mir, mein Geschäft aufzugeben und das Land zu verlassen, solange dies noch ungefährdet möglich sei. Sie wären nicht in der Lage, mir zu helfen, wenn der Krieg aus sei. So ungeheuerlich mir dies zunächst schien, so klar war es mir aber, dass mir keine Wahl blieb. Ich packte zusammen, was möglich war und kam noch unbehelligt nach Deutschland. Soweit dieser Traum, der nur ein Gefühl ausdrückt, denn real war ich nie dort.
Fakt ist aber, dass es weder Sozialdemokraten noch Kommunisten etwas nutzte und sie der Vertreibung aus der Tschechoslawakei genauso wenig entgingen wie die übrige deutsche Bevölkerung. Beim "Lost German Girl" heißt es ja nun, sie sei eine SS-Angehörige gewesen.
War die Rache der Sieger damit gerecht? Aber Rache ist ja nie gerecht.

Freitag, 8. April 2016

Bildnis

Als ich den Gipfel des Berges erreiche, fühle ich mich von einer euphorischen Wärme durchströmt.
Ich sehe die Wiesen und Wälder unter mir und genieße die Aussicht von der Gipfelkuppe aus. Bald schon mahnt mich ein kühlerer Wind und lässt mich zum Rückweg aufbrechen. Unterwegs erreiche ich einen See, der die verschiedenartigsten Farben annimmt.
Am Rande des Sees steht eine schrecklich schöne Frau wie in den Boden gebohrt oder angewurzelt.  Sie wirkt verschlossen wie eine Jungfrau und gleichzeitig alt. Sie scheint mir Frieden zu versprechen. Ich laufe direkt auf sie zu, will sie zum Leben erwecken und weiß doch, dass sie mich mit nehmen wird. Meine Seele aber, die wird auf ewig am See zurück bleiben.

Mittwoch, 6. April 2016

Auto

Der Liebe geflohen,  zwei Kinder vergessen.
Welches Schicksal hat mir das denn bemessen?
Im Beruf gedrückt , im Leben  missachtet
Wieviel Unglück habe ich wohl gepachtet?
Fragen, die ich mich fragen kann.
Doch habe ich mich,  so dann und wann.
Ich fühle mich wohl in meinem Sein.
Was juckt mich da ein anderes Schwein?

Dienstag, 29. März 2016

Donnerstag, 24. März 2016

Ungläubig

Menschen richten,
Menschen morden,
das geschieht an allen Orten.

Der Mensch,  ein zivilisiertes Tier?
Die Evolution kann nichts dafür.
Krone der Schöpfung und ihr Untergang,
all das steckt im Menschen lang.
Doch die Gattung ist zu nichtig.
Das Universum stellt es richtig.
Wenn wir dereinst schon längst verschwunden,
wird der Mond die Erde umrunden.

Mittwoch, 23. März 2016

Samstag, 19. März 2016

Due


Straßen fahren
schon seit Jahren,
Gegend
irgendwie bewegend.
Ohne Spuren diese  Touren,
Wege als Ziel ziemlich viel.,
Gedanken hinter hohen Schranken,
schreibend doch nicht übertreibend.
Erbeben schaffte einst zwei Leben.

Sonntag, 13. März 2016

Existence

To live and not wanting to be,
is not a sense I can find to see.
Getting lmoney for being in a girls body,
is not what a man is like to study.
So question me and question myself,
I will rather look for a mantelshelf.

Donnerstag, 3. März 2016

Zugbegleitung

Meine liebe Zugbegleiterin, hat sie sich davon geschlichen?
Unseren Zug verlassen?
Meine Erinnerung ist nicht gewichen,
Ja, sie will nicht verblassen.
So fahre ich weiter Zug um Zug, 
Heiligkeit des Lebens, sie ist mir genug. 

An Apple a Day..

Die F.D.P. will es anpacken, die SPD sich bewegen statt reden und die CDU versteht und kann, so meint sie. Unschwer zu erraten, wir sind im Wahlkampf. Da frage ich mich, wieso jetzt erst alle so engagiert sein wollen, in den letzten vier Jahren haben wohl alle nicht getan und waren nicht das, was sie jetzt sein wollen? Da finde ich es schon schöner, wenn eine Politikerin weiße Zähne hat und das gute Gebiss auch zeigt. Ich traue ihr auf jeden Fall zu, dass sie kraftvoll in ihren Pausenapfel beißt.

Montag, 29. Februar 2016

Sie

Hallo mein Lieber,
Du wirst Dich wundern, dass ich Dir nun sogar schreibe. Ich habe viele Namen.
Nenne mich ruhig "Depression" oder beschimpfe mich als die "Panik".
Ich bin der schützende Mantel, der sich über Deine Seele legt, wenn Du wieder mal
Deine Probleme nicht angehst.
Ich kann aber auch ganz schön ängstlich sein und das lieber einmal mehr als nötig, wenn
Du es übertreibst und nicht auf Dich achtest.
Du musst ja nicht auf mich hören, Du solltest mir aber Beachtung schenken.
Stattdessen bist Du ärgerlich und willst mich unterdrücken.
Aber Deine Mühe macht mich stärker

Denke mal darüber nach, ich brauche nur ein bisschen Zuwendung und wer weiß, wenn
Du Dich änderst, dann gehe ich woanders hin.
Du wirst mich, Deine melancholische Angst, vermissen.
Der Stein auf Deinem Herzen wird unsichtbar.
Die große Freiheit aber ist noch nicht Dein Zuhause.



Samstag, 27. Februar 2016

Seelendesaster

Stundenlanges Gerede,
inhaltslos und zeitlos leer,
liege wie ein Schiff auf Reede
und freue mich aufs große Meer.

Freitag, 19. Februar 2016

Zettel

Merkwürdigkeiten im Traum, jemand will sein Manuskript beim Verlag veröffentlichen, für den ich nun arbeite. Ein Konvolut aus Schreibmaschinenseiten und handschriftlichen Zetteln mit Anweisungen. Ich war lange krank und ärgere  mich nun über einen Berg von Manuskripten,  bei denen nicht ein einziges einfach so zum Satz, geschweige denn Druck, gegeben werden kann. Es ist klar,  dass ich das nicht schaffen kann.
Der Autor des speziellen Werks, vermutlich ein Professor,  ist froh,  dass er sein Werk los geworden ist.
Wir sollen es nach der Fertigstellung  an eine ihm bekannte Adresse schicken. Er will es gar nicht mehr sehen. Vermutlich hat er sich verzettelt.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Puls

Momente verrinnen und werden zu Jahren,
die scheinbare Ewigkeit ein Pulsieren der Zeit,
Was getrennt war, kommt nicht mehr zusammen.
Und steht dabei auch ein Herz in Flammen.
Ein Entkommen aus dieser Feuersbrunst
ist momentan die Lebenskunst.

Der Text lautet lt. Babylon auf russisch so:

Моменты verr внутри и на протяжении многих лет, явное вечность пульсации времени, который был отсоединен, больше не поставляется вместе. И это является также одной из сердца в пламени. Спасаясь от пожара в настоящее время искусство жизни.

Übersetzt man das zurück, so ergibt sich
manch lustige Verdrehung der Worte.

Samstag, 13. Februar 2016

Netzwerk Körper


Wenn ein denkendes Gehirn seine eigene Körperlichkeit erfasst,  welch namenloses Entsetzen löst dann erst die Erkenntnis aus,  dass die eigene Persönlichkeit nur aus einem Paar gespeicherten Informationen besteht, die mit dem Ende unseres physikalischen Körpers und meist  schon vorher perdu  sind. Die Gefangenheit in einem endlichen Körper bedeutet Endlichkeit, Verletzlichkeit und ist zugleich die einzige Möglichkeit, uns zu erleben.  Die Chemie muss stimmen, da ist was dran. So sehr wir uns für die Krone der Schöpfung halten, die Atome unseres Körpers werden uns überdauern und stehen in regem Austausch mit der Welt.

Samstag, 6. Februar 2016

Atemlos

Des Leben ist ein zarter Hauch,
die Menschen wissen es nicht auch.
Sie bauen daher Stein auf Stein,
um doch bald von der Welt zu sein.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Hund

Wälzt sich im Dreck und hat vier Beine.
Nehme ihn nicht von der langen Leine.
Er schaut nach mir und ich geh' voran.
Er ist ein Rüde und ich bin ein Mann.

Mittwoch, 27. Januar 2016

Dieser Weg

Weg zurück,
Patientenzeit,
Alltagsglück
scheint allzuweit
und dazwischen
liegen Berge
seelischer Befindlichkeit.

Dienstag, 26. Januar 2016

Achtsam Sein

Perspektivlos nach vorn geblickt,
mein Schicksal hat mich ins Eck geschickt.
Und auch der Blick nach hinten,
lässt jede Hoffnung schwinden.
So lebe ich den Augenblick
als sei er mir das grösste Glück.

Mittwoch, 20. Januar 2016

0110-0000

Sah sie schöner als je zuvor in Hotpants und mit grauen Haaren. "Wo bist Du gewesen?" fragte ich sie. Sie lächelte und fast flüsternd, so als das ein Geheimnis, bemerkte sie, ich sei tot und das sei auch gut so. Ob sie dann auch tot war?
Ich wollte ihr Gesicht streicheln, doch meine Hand glitt durch sie hindurch. Ihre Gestalt löste sich vor meinen Augen auf. Als wollte sie mir auf die Schulter klopfen, so wehte eine Energie zu mir. 
Das Wort "tot" löste in mir allerdings nach ihrem Verschwinden einen namenlosen Schrecken aus.
Noch einmal, so schien es mir, kam ich zur Besinnung, als die Stimme meines Vaters zu vernehmen glaubte. "Wolfgang" rief es, "Ich habe Dir doch gesagt, von mir wirst Du es nicht erfahren." 
Vater saß auf seinem Stuhl, rauchte und hatte eine Bierflasche neben sich stehen. Wo ist Mutter, wollte ich schon fragen, als ich auch sie hörte. ein krächzendes "Aber, Wolfgang" gefolgt von einem unterdrücktem Lachen. Ihre gebückte Gestalt saugte fast an einer überdimensionalen Zigarette.
Trotzdem brachte sie so was heraus wie: "Mann, hast Du ihm denn immer noch nicht gesagt, wo wir hier sind? Wieder ein Lachen, verhallend. "Was macht er denn hier?" Mehr verstand ich nicht.
Sie wendet sich ab.
"Din Sohn hört mir nicht zu, er hat ein Gedächtnis wie ein Sieb, uns aber nicht vergessen." Er legte bedächtig und mit traurigen Augen die Zigarette in den Aschenbecher und setzte die Bierflasche an, die sich sogleich auflöste. Seine Hand streckte sich mir entgegen, erreichte mich aber nicht,
dennoch spürte ich etwas mir. Ich wollte mir über das Gesicht fahren, doch da war nichts.
Alle waren sie da, meine Gedanken, ich nicht mehr. 
Langsam dachte ich nicht mehr, war nicht mehr, dachte nicht, dass ich nichts dachte.
Was war ich? Ein Blitz in der Finsternis, ein Meer aus Sonnen, Wärme, Nichts, wohliges Aus.


Montag, 11. Januar 2016

Grüner Punkt

Versunken im eigenen Grab der Gedanken,
wohl seltsam leidend fühlend sich.
Scheibe einschlagen, so war der Rat.
Wo ist der Hammer, wo die Tat?

Montag, 4. Januar 2016

History

Versuche mir Ortsnamen zu merken.  Orte,  an denen ich noch nie war.  Doch die Erinnerung hält nur wenige Stunden. Hslia, immer steht ein H vor den Namen,  einer Verschlüsselung gleich.  Wir müssen uns verstehen,  hat ein Moslem mir gesagt.  Und dass der Koran nicht verändert worden sei. Das "müssen" irritierte mich. Er habe schon mal jemanden gepflegt,  der meinen Namen trug. Er stellte Ähnlichkeiten mit mir fest. Er sprach mich stets mit meinem Vornamen an. Beim Abschied gab er mir die Hand.
Verstehen ist gut,  verstehe ich mich selbst?
In meinem Traum geht es darum,  einen Zug für die Heimfahrt zu den Eltern zu finden. Beide sind für mich noch immer lebendig. Mal ist es die Mutter,  mal Vater,  zu dem ich fahren will.