Samstag, 30. Juni 2012

2002 - XVI

Watt?

Im geistigen Nebeldunst tritt es hervor. Das Watt: im Schlick picken die Möwen nach Würmern. Leere Muscheln liegen am Strand, Quallen sind tot. In einzelnen Prielen werden Fische mit Netzen gefangen. Du brauchst Gummistiefel, um da herum zu laufen. Das Watt reicht bis zum Horizont oder manchmal eben nur bis zum Meer. Bald wird eine Gedankenflut zurückkommen, mein Watt überspülen und an den Deich drücken. Ich muss den Schutz dessen mit Organizern und Laptops und am PC vornehmen. Manchmal, wenn das Wasser so hochsteigt, ziehe ich
mich auf meine Hallig zurück, schaue aus dem Fenster und es ist wieder still.

Freitag, 29. Juni 2012

2002 - XV

Hundestrand

Taxe bezahlen auch ohne Kur,
Deichsperrung in der Natur,
Hundestrand statt Wüstensand,
grünes Land: die Waterkant.
Kandis sprudelt unter Tee,
Watt versteckt die rauhe See.
Halbpension ist keine Kür,
frische Luft gibt es dafür.
Im Geschäft wird nicht gehandelt,
daran hat sich nichts verwandelt.
Damit keiner der Deiche bricht,
wacht ewiglich die Deichaufsicht.

Donnerstag, 28. Juni 2012

2002 - XIV

Seemannsgarn

Ich lief durch dunkle Räume, die Treppen hoch und runter. Fand dann endlich einen Ausgang.
Die Szene mag meiner Kindheit entflohen sein, als ich als Säugling oft genug die dunklen Treppen eines Altbaus hinuntergetragen wurde. Windeln mussten gekocht und zum Trocknen im Garten ausgehängt werden.
Ich betrat einen großen Saal mit Bühne.
Eine verhüllte Gestalt bewegte sich im Scheinwerferlicht, eine Kutte ragte spitz in die Luft und warf Schatten auf das Gesicht der überhöhten Statue. Schriftzeichen zierten den bunten und doch dunklen Umhang. Die Figur wandte sich mir zu und beobachtete mich. Sie schwebte, ich selbst konnte das auch. Ich fühlte mich bedroht, die Gestalt war so hoch und unheimlich. Panik stieg in mir hoch und gleichzeitig stieg meine Entschlossenheit. Ich schnappte mir eine zweizackige Gabel und näherte mich mit unheimlich starkem Willen und unter Aufbietung aller Kräfte sehr schnell an, ja ich flog eigentlich. Mein Vernichtungswille war groß und gab mir Kraft. Die Gestalt schien nicht überrascht, als erstes verlor ich meinen Zweizack. So benutzte ich meine Hände, um die irgendetwas zu greifen. Ich schaffte es trotz großer Gegenenergie, an den Hals der Person zu kommen. Ich blickte durch eine durchsichtige Gesichtsöffnung auf : Knochen! Durch den Umhang konnte ich sie schon spüren. Gleichzeitig mit der erneut aufkeimenden Angst kam die Erkenntnis. Ich kämpfte gegen mich selbst. Ich ließ sofort ab und fühlte mich erlöst Ruhe machte sich in mir breit und ich hatte einen Irrweg beendet.

Mittwoch, 27. Juni 2012

2002 - XIII

Die Tür

Die Türen hatte er alle aufgestoßen. Stets war die Leere gewachsen, wenn er irgendwo hindurch gegangen war.
Die Dunkelheit beschien ihn unerträglich, fast keine Sekunde sah er irgendetwas im nirgendwo.
Die Fassaden der Mimik und Gestik intonierten unaufhörlich neue Worte, die er nicht hörte.
Irgendwann erreichte er die Ebene. Das ewige Licht leuchtete hier und gab allem eine Kontur.
Eine Ahnung von Wahrheit leuchtete hier und wehte ihm zu. Merkwürdig wie er gehen konnte, obwohl alles so weich war. Er fühlte Wärme, obwohl die Gegend eiskalt schien.
Allein und nicht einsam nahm er Geborgenheit in der Härte der Strahlung an, so war es.
Die Protagonisten des Lichtes mögen vergangen sein, das Licht ist.

Dienstag, 26. Juni 2012

Montag, 25. Juni 2012

2002 - XI

Die Zeit

Die Zeit ist um,
zu dumm.
Ein Blick zurück
ins Glück
und dann hinein
wo mein
'eben lebend
schwebend'
schien zu sein
so rein.
Lachen und Weinen,
hier und da ein Schrei,
Applaus der Kleinen,
es ist jetzt vorbei.

Sonntag, 24. Juni 2012

2002 - X

A rock feels no pain and an island never cries..

Auf der Insel Wahrheit gestrandet,
möglicherweise völlig versandet?

Einfacher jede Klippe zu umrunden,
die Wirklichkeit darstellt und wählt,
sich über den Riffen zu bekunden:
der eigene Weg nur zählt!

Auf dem Meer der Lügen, da lässt es sich gut segeln.
Denn im Meer der Lügen, da gibt es keine Regeln.

Samstag, 23. Juni 2012

2002 - IX

Du sollst Dir kein Bildnis machen

Ein Bild von Dir in mir
wächst und entsteht,
alte Eindrücke, blätternd, schweben dahin.
Schaum lässt nach in meinem Bier,
steigt und vergeht,
traumatisch, faszinierend, feucht am Kinn.

Freitag, 22. Juni 2012

2002 - VIII

Kinderhände

beschmieren Tisch und Wände,
sie berühren meine Seele,
leider bin ich keine Stele.
So fällt schon bald mein Dach,
ich sehe den Himmel und ach
wäre ich bloß, was ich geblieben bin:
kinderlos und ohne Sinn.

Donnerstag, 21. Juni 2012

2002 - VII

The Hook

My eyes have seen you,
so don't you give me that look,
my mind has been through,
hey what's up, I am on the hook!

Mittwoch, 20. Juni 2012

2002 - VI

Betriebsstörung

Ihre Stöckelschuhe knallen in seinem Kopf wie in einer leeren Kokosnuss. Die Mähne schwingt an seinem Gesicht vorbei, links, rechts. Wozu soll das neue Leben gut sein? Gedanken fliegen hin und her, zerplatzen wie Seifenblasen. Flüssigkeit sucht den Weg immer nach unten. Dazwischen gibt es diese Fontänen, auf deren Spitze so ein kurzes Innehalten angebracht wäre, aber leider: bitt' schön, gehn's weiter, schaun's, es wollen auch noch andere hinauf. Viele Punkte geben ein Bild. Ihm fiel es nicht ein, das Warum?
Dieser Aufzug fährt heute nicht, wir bitten, die Betriebsstörung zu entschuldigen. Störung, ein Irrtum also, diese Liebe. Daher.. Entschuldigung, würden Sie für mich mal was steppen, mir fällt die Melodie nicht mehr ein. Ein kleines Lied, das spielt oder "Love will kill you". Keine Bewegung auf der Rolltreppe, das Ganze immer wieder von vorn. Er klopfte auf das Frühstücksei, wie immer war es nicht weich genug.

Dienstag, 19. Juni 2012

2002 - V

Salz

Die Menschen schienen zu sein, irgendwie. Ab und zu bildeten sich Löcher im Salzsee, verschiedentlich standen sie zu Säulen erstarrt mit Gesichtern aus Salz, die Ausdrücke der Gesichter festgehalten für die Ewigkeit. Der Boden bildete eine trügerische Oberfläche, über dem die Scheinbilder schwebten, umso mehr die Luft in der Sonne flimmerte. Er sah eine Sanddüne und beim Versuch, diese zu besteigen, rieselten die feinen Körner herunter, rutschten in Schüben und nahmen ihm den Schwung.
Das Meer sehen, einmal nur, diese blaue, glitzernde Fläche, die zuvor alles bedeckte, das war ein Ziel. Er ruhte in einer Sänfte, zwischen ihm und der Außenwelt schien ein Hohlraum zu sein. So unendlich schwer, wie das Besteigen dieser Düne, war es, in der Lebendigkeit zu baden. Die Sehnsucht trieb ihn weiter und er wusste, sie sind alle da. Die Seelen der Verstorbenen, unverändert, als hätten sie lediglich ihre leidige irdische Existenz abgestreift und ihren Charakter behalten. Ein schwarzer Mund bildete sich und eine Stimme sprach. Er hörte, bevor es dazu kam und fühlte die Erleichterung. Aber auf der Spitze der Düne zu stehen, erfüllte ihn mit Angst.
Wenn ich einmal sterbe, so begann fast jedes Mal ein Satz dieses alten Mannes und er zitterte dabei. Warum dachte der Alte ständig an sein Ableben? Sobald er allein blieb in seinem Appartment, würden ihn die Gedanken überwältigen, sie warteten, bis der Besuch gegangen, aber sie kamen wieder. Durchbrach er zeitweise die Mauer um den alten Mann durch seine Anwesenheit? Auf dem Tisch liegt braunes Papier mit Soldatenkopfaufdruck. Ein kantiges Wehrmachtsgesicht unter dem charakteristischem deutschen Stahlhelm mit eisernem Blick. El Alamein oder Frankreich, keiner bekam das Ende des Krieges mit. Landserdasein: vom Arsch die Brüh' statt Frommage de Brie.
Die Tür war versiegelt, der alte Mann am Grab der Mutter gefunden worden. Das Appartment leer geräumt, die Lampe fällt auf den Kopf, auf dem Tisch liegt die letzte Postkarte von ihm und er nimmt sie schweigend an sich.
Eine Einsamkeit mit Ende, am Strand sieht er mehrere Frauen, die auf Scheiben zielen und treffen. Der Bogen gespannt, schwingt er den Pfeilen hinterher. Eine große Welle läuft auf den Platz zu. Doch nur ein Ausläufer erreicht die Scheibe und versickert dort im Sand. Die Situation wiederholt sich.

Samstag, 16. Juni 2012

2002 - IV

Kaffee bitte!

Du schreibst aus dem Café
Und ich denke an Schnee
Fontänen wie ein Pilz in der Luft
Erahne ich ihn je, diesen, Deinen Duft?
Marihuana in den Niederlanden,
ob Deine Gedanken dort je Ruhe fanden?
Du sagst, lies´es mir vor, Dein Gedicht,
ja, natürlich, wer will das nicht?
Auf dem Papier steht alles so schön,
doch wie ist sie, die Wirklichkeit, anzuseh'n ?

Freitag, 15. Juni 2012

2002 - III

Tabula rasa

Merke es plötzlich und jetzt,
die Erinnerung verletzt.
Alles ist leer und neu,
originalgetreu,
wie eine Tischplatte leer,
keine Gedanken mehr.

Donnerstag, 14. Juni 2012

2002 - II

Das war aber eine schöne Geschichte!

Könnte ich mich an dem Anblick eines grünen Waldes erfreuen und dessen Mystik auf mich wirken lassen? Diesen Eindruck erleben ohne gleich etwas genauer ergründen zu wollen. Ungestörte Intensität des Augenblicks, des Monents und der Stille...
So wie graue Buchstaben ein Meer von Worten ergeben, bildet der Wald ein neues Wesen, das in seiner Gesamtheit ein Eigenleben hat. Er singt, zwitschert, rauscht, knarrt und klopft in meinem Kopf. Wiegt meine Gedanken beiseite, bringt sie zur Ruhe. Voller Repekt weigere ich mich, hineinzugehen, öffne doch die Türe und schließe sie hinter mir. Ich dringe nicht ein. Meine Gefühle werden eins mit der Umgebung und fast betrete ich sie garnicht. Dieser weiche Boden schmeichelt den Füßen und Du spürst, alles lebt um Dich herum. Jeder Baum hat eine besondere Gestalt, tront über den kurzlebigen Pflanzen seiner Umgebung. Manchmal verliert er Äste, Zweige verdorren, Insekten kriechen und Spechte hämmern. Seine Gesamtheit erneuert sich. Das Gefühl für die Zeit fehlt mir hier, sie spielt keine Rolle.
Irgendwann verlasse ich den Wald und versuche, ihn in meinem Denken zu behalten.
Das war aber eine schöne Geschichte, sagte der Junge zum Vater. Sie lagen zur Mittagsruhe im Bett und der Vater hatte dem Sohn etwas erklärt. Der Sohn erinnerte sich später daran, wie er vor dem Vater auf dem Motorrad gesessen hatte und den Fahrtwind spürte.

Mittwoch, 13. Juni 2012

2002 - I

Vorsicht Beratung!

Ein Meer von blauen, grauen und schwarzen Anzügen wogte unter den diskutierenden Köpfen, ab und zu von kaum andersfarbigen Damenkostümen gesprenkelt. Seriosität im Auftreten ist das Metier der Banker. Sie mögen es, in der Kantine über ihre Arbeit zu sprechen und organisieren sich ständig neu. Ihrer Verantwortung ist Ihnen wohl bewusst, schließlich gehen sie mit dem Geld anderer Leute um. Deswegen empfehlen sie dem privaten Kleinanleger gern ihre Hausprodukte. Immer auf der sicheren Seite bleiben heißt im Zweifelsfall der gut gemeinte Rat für den unsicheren Anleger. Natürlich wird immer alles genau analysiert, der Markt beobachtet und kein Cent verschenkt.
Wer hat was davon?
Um all das professionell abzuwickeln, werden die Mitarbeiter geschult, auch psychologisch. Wer in die Führungseebene aufsteigen will, muss lernen, sich an Felswänden abzuseilen. Schulungsabteilungen und Seminarveranstalter sorgen für ein qualifiziertes Coaching. Das der Banker ab und zu das Deutsch verlernt, sei ihm bei soviel vermittelten Kenntnissen verziehen.
Er muß es vermeiden, altmodisch zu wirken und darf sich nicht gegen die englische Sprache wehren. Im Gegenteil, es ist erforderlich, ab einer gewissen Ebene neben dem angepassten Verhalten auch die richtigen Worte zu finden. So versteht es sich in Dialekten gut zu leben. Das erleichtert es auch, stets die richtigen Gespächspartner zu finden und nicht selbst outgesourct zu werden. Im internen Kreis diskutiert es sich locker und es is klar, das es sich bei einer Zigarette und einem Kaffee besser plaudert. Schließlich muss nicht alles aus Amerika übernommen werden. Weder die strikten Rauchverbote, noch die lockere Freitagskleidung sprechen gerade den deutschen Banker besonders an. Freie Fahrt für freie Banker könnte da eher als das Motto gelten, zumindest außerhalb der Arbeit.
"Der Banker" findet eben vieles interessant und witzig, wenn es nicht gerade die Arbeit ist. Und durchsetzen kann er sich nicht nur im Job. Ein Banker hält immer (seinen?) Kurs. Mögen sich andere um Systematik bemühen, seine Sache ist dies nicht, er handelt lieber. Time is Money.

Dienstag, 12. Juni 2012

The Man I used to be

Ein kleiner Motor muss höher drehen als ein großer, um eine vergleichbare Leistung abzurufen. So ähnlich verhält es sich mit dem Alter beim Menschen.
Was man früher leicht geschafft hat, wird zum Kraftakt. Und so entsteht das Gefühl, das man immer mehr arbeitet, obwohl man im Grunde im besten Fall das eigene gesetzte Niveau hält.
Manches allerdings fällt auch leichter. Viele Verkrampfungen des jugendlichen Daseins, die sich in der Midlife-Crisis fortsetzen mögen, entfallen mangels Energie. Die Gedanken werden statischer, die Alltagsemotionen flacher. Dafür mögen sich tiefe Gefühle weiter entwickeln.
Die Erkenntnis einer gewissen Schicksalhaftigkeit wächst. Längst ist die Rinne gegraben, in der der Lebensfluss fließt. Man mag sich eine neue graben, aber es bleibt doch eine Rinne.
Denn der sinnige Spruch, der besagt, man müsse einen Tod sterben, hat ja leider eine Wahrheit.
So lese ich weiter in meinen Aufzeichnungen und halte mir den Spiegel vor, in dem ein Gesicht auftaucht, das ich noch kenne. Mir ist klar, dass ich erst am Anfang all der Veränderung stehe.

Donnerstag, 7. Juni 2012

2001 - XX

Sansevieria trifasciata 'Laurentii'

Die Sanseverie steht auf der Fensterbank
Und denkt sich, Gott sei Dank,
bin ich kein Weihnachtsbaum,
denn ich glaube kaum,
das ich nach diesem Fest
mehr wäre als kümmerlicher Rest
in einer großen Tonne,
So stehe ich hier mit Wonne
und warte auf die Sonne.
Bald ist der Himmel blitzeblank,
die Sanseverie steht auf der Fensterbank.

Mittwoch, 6. Juni 2012

2001 - XIX

Daheim (Leserkreis)

Daheim, da brennt so ein Licht.
Daheim, da stört es mich nicht,
wenn etwas draußen ist,
was an meiner kleinen Seele frisst.
Daheim, das bleibt Daheim,
Dir schenke ich den Reim.

Dienstag, 5. Juni 2012

2001 - XVIII

D-Day

Zartes Grün an grauem Tag,
nichts ist so, wie ich es mag.
Regen statt der Herzen Klopfen
höre ich an Fenster tropfen.

Montag, 4. Juni 2012

2001 - XVII

11. September 2001

Die Hölle sei ein Fegefeuer,
sie kann auch ein Schuttberg sein,
wir haben es erlebt.
Geschichten sind zu Ende, Euer
Mitgefühl dafür zu klein,
Vergeltung wird erstrebt.
Kein Gedanke zeigt, das ein neuer
Menschensinn entsteht, so fein
die Hoffnung sich erhebt.

Sonntag, 3. Juni 2012

2001 - XVII

Greek Philosophers on the Beach

Kaffee? Schon rauscht er wie ein Wasserfall in meine Tasse.
Manchmal deckt sich das Angebot mit der Nachfrage.
Das ist nicht immer so, aber letztlich ist man zufrieden,
wenn es überhaupt ein Angebot gibt.
Die Wellen rauschen in unmittelbarer Nähe nordseemäßig heran,
nun schon den zweiten Tag in Folge und der Blick geht hinüber zu einem kleinen
Toilettenhäuschen mit weißblauem Anstrich,
das Dach ist blau, der Rest weiß.
Es steht auf einer kleinen vorgelagerten Felseninsel.
Den idyllischen Anblick zu genießen, dazu fehlt die Ruhe.
Sicher haben es die Mücken und Falter schwerer,
das kleine Häuschen zu besuchen, als unser ebenerdig gelegenes Zimmer.
Der Besuch der Toilette gleicht manchmal der Visite eines subtropischen Schmetterlingshauses.
Schwer sich vorzustellen, dass es griechische Philosophen gegeben haben soll,
die in der Badewanne so bahnbrechende Einfälle wie den Satz des Pythagoras gehabt haben sollen.
Selbst der Gott des Weines, Dionysos, müsste sich heutzutage schon in ein leeres Fass verkriechen und den Deckel von innen zu machen, um weder von den Mücken gestochen zu werden (werden Götter gestochen?),
noch die immer unmotivierter auftretenden Rufe wie "Come on, England!" zu hören.
Zwei alte Damen betrachten mich gerade wie das achte Weltwunder, weil ich auf der Terrasse sitze
und schreibe. Zur Poolbar sind es nur wenige Schritte.
Am Strand findet gerade die Neuverfilmung von "Mein Schatz und das Meer" statt.
Die wiederholt sich jeden Tag und wahrscheinlich bin ich beim abschließenden Schwenk
über die am Strand stehenden Bungalows eine, hoffentlich, nette Staffage.
Die Uraufführung dieser Filme findet sicher recht bald nach Abschluss
der Ferien vor zwangsgeladenen Gästen statt.
Der Tag soll nun bald beginnen, das heißt, Sonnenschutz auftragen.
Dann werden wir uns durch das Meer der Motorroller an irgendeinen Strand begeben.
Irgendwie erinnern mich die Geräusche der Motorroller an Moskitos im Anflug.
Aber die stinken nicht. Neue Wunden heilen schnell: Kali Méra!


Samstag, 2. Juni 2012

2001 - XVI

Kartenspiel

Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht,
mein Herz ist schwer, habe an Dich gedacht.
Wie Du wohl aussiehst und wie Du heißt,
ein Gedanke, der um Dich wie die Sonne kreist.
Nach bangen Minuten und ewigem Warten
mischt er sie neu, der Schlaf seine Karten.

Freitag, 1. Juni 2012

2001 - XV

Veda

Erzähle eine Geschichte,
von Billionen Milliarden Atomen,
dem roten Hämoglobin,
den fernen umstürmten Monden
und glitzerndem Rubin.
Erzähle eine Geschichte
Von Sehnsüchten, Gefühl und Lieben,
dem ewigen ideellen Spiel,
den fein ummantelten Trieben
und zitterndem Federkiel.
Erzähle eine Geschichte
vom Chaos gewaltiger Energien,
den Sternen im Bild des Stier,
den Körpern und Aromen
und vom fabelhaften Tier.